Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L)
Bereich:alle Bundesländer
ohne Hessen
Laufzeit:01.01.2015-31.12.2016
Beschäftigte:  650.000
(Beamte:  1.200.000)
Verhandlungs-  
runden:
1 - 16.2.2015
2 - 26./27.2.
3 - 16./17.3.
4 - 28.3.

 

gültig abErhöhunggültig bisTV-L allgemeinTV-L LehrerTV-L Kr
EntgeltVBL
linearmin.
01.01.2015
keine Veränderung
28.02.2015
keine Veränderung zu 2014
2014
01.03.2015
+2,1%
30.06.2015 Tabelle 2015a Rechner 2015a Analyse Tabelle Rechner Tabelle Rechner 2015a
01.07.2015
0,2%29.02.2016 Tabelle 2015b Rechner 2015b Analyse Tabelle Rechner Tabelle Rechner 2015b
01.03.2016
+2,3%
75 €
30.06.2016 Tabelle 2016a Rechner 2016a Analyse Tabelle Rechner Tabelle Rechner 2016a
01.07.2016
0,1%31.12.2016 Tabelle 2016b Rechner 2016b Analyse Tabelle Rechner Tabelle Rechner 2016b

Ausführliche Informationen zur Besoldungsrunde 2015/2016 der Beamten von Ländern und Kommunen

Chronologie zur Tarifrunde TV-L 2015

15.04.2015
Aus dem Tarifergebnis TV-L ergeben sich für TV-L Berlin unter Anwendung der Tarifvereinbarungen zur schrittweisen Überleitungen zum TV-L Entgelterhöhungen von 2,62% zum 01.03.2015 und 2,3%, mindestens aber 73,88 € zum 01.03.2016:

TV-L Berlin
gültig abErhöhunggültig bisTV-L
EntgeltVBL
linearmin.
01.03.2015
+2,62%
30.06.2015 Tabelle 2015a Rechner 2015a Analyse
01.07.2015
0,2%29.02.2016 Tabelle 2015b Rechner 2015b Analyse
01.03.2016
+2,3%
73,88 €
30.06.2016 Tabelle 2016a Rechner 2016a Analyse
01.07.2016
0,1%31.12.2016 Tabelle 2016b Rechner 2016b Analyse

03.04.2015
Vergleich der Forderungen von ver.di im Bereich Entgelt und Laufzeit mit dem tatsächlich erzielten Ergebnis:

ver.di Forderung Tarifergebnis
18.12.2014 28.03.2015
Entgelterhöhung 2015 +5,5%, mindestens 175 € +2,1%
Entgelterhöhung 2016 nicht beziffert +2,3%, mindestens 75 €
VBL keine Forderungen Beitragserhöhung
= Netto-Gehaltskürzung
Laufzeit des Tarifvertrages    12 Monate 24 Monate

31.03.2015
Der Garantiebetrag in Höhe von 75 € wirkt sich bei Tabellenentgelten von bis zu 3260,87 € aus. Dies ist beispielsweise bei E 12/Stufe 1, E 10/2, E 9/3 und bei der gesamten E 8 der Fall.

30.03.2015 - Stimmen zum Tarifabschluß
Jens Bullerjahn (SPD), Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite und Finanzminister von Sachsen-Anhalt:
"Es ist gelungen, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die finanziellen Möglichkeiten der Länder und wesentliche Forderungen der Gewerkschaften zusammen zu bringen"
Frank Bsirske, Verhandlungsführer der Gewerkschaftsseite:
"Es ist ein großer Erfolg, dass wir Eingriffe in die Leistungen der betrieblichen Altersversorgung verhindern konnten und gleichzeitig das System der Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst sicherer gemacht haben."
Andreas Gehrke, Verhandlungsführer der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW:
"Die Arbeitgeber wollen die Bezahlung der bundesweit 200.000 angestellten Lehrkräfte weiterhin diktieren. Mit 30 Euro Zulage im Monat für einzelne Lehrergruppen wollten sie uns zudem das Streikrecht abkaufen:"
Willi Russ, Verhandlungsführer des Beamtenbundes dbb:
"Die Arbeitgeber haben hier lange gemauert und sich erst durch den Druck der Warnstreiks in den letzten Tagen eines Besseren belehren lassen."

Frankfurter Allgemeine Zeitung:
"Die Länder haben sich den Tarifvertrag einiges kosten lassen. [...] [Es] werden die unteren Tarifgruppen besonders gehätschelt. [...] Die Politik beklagt den wachsenden Fachkräftemangel und beschwört die Bedeutung der Bildung; aber wenn es konkret wird, belohnt man andere."
Westdeutsche Allgemeine Zeitung (bezogen auf Nordrhein-Westfalen):
"Erstens: Zweimal gut zwei Prozent Lohnplus für die Angestellten des Landes sind bei einer Nullinflation happig. Zweitens: Die große Gruppe der angestellten Lehrer fühlt sich dennoch gegenüber ihren beamteten Kollegen benachteiligt und will weiter streiken. Drittens: Wenn der Tarifabschluss nur annähernd als Blaupause für eine Besoldungserhöhung beim Heer der Landesbeamten herangezogen wird, kann Walter-Borjans seine Hauhaltsplanung in den Papierkorb werfen. "

29.03.2015
Durch die Erhöhung der VBL-Beiträge jeweils zum 01.07. ergeben sich verringerte Netto-Gehälter, die in den folgenden Tabellen für den Tarifbereich West dargestellt sind:

gültig abErhöhunggültig bisTV-L
EntgeltVBL
linearmin.
01.01.2015
keine Veränderung
28.02.2015
keine Veränderung zu 2014
01.03.2015
+2,1%
30.06.2015 Tabelle 2015a Rechner 2015a Analyse
01.07.2015
0,2%29.02.2016 Tabelle 2015b Rechner 2015b Analyse
01.03.2016
+2,3%
75 €
30.06.2016 Tabelle 2016a Rechner 2016a Analyse
01.07.2016
0,1%31.12.2016 Tabelle 2016b Rechner 2016b Analyse

Die Brutto-Gehälter der Tabellen 2015a und 2015b sind exakt gleich, die Netto-Gehälter weichen durch die Erhöhung der VBL-Beiträge aber voneinander ab. Dabei führt zum einen die Erhöhung des Arbeitnehmerbeitrags zur VBL zu einer direkten Verringerung des Netto-Gehalts. Zum anderen erhöht sich durch die Erhöhung des Arbeitgeberbeitrags zusätzlich das steuerpflichtige und sozialversicherungspflichtige Brutto-Einkommen, was zu einer weiteren Senkung des Netto-Gehalts führt (Erklärung der Berechnungsgrundlage).
Für das Jahr 2016 verhält sich dies ebenso.

Übersicht der Netto-Gehaltskürzungen durch die Erhöhung der VBL-Pflichtbeiträge zum Ende der Tariflaufzeit (31.12.2016):

[Link zu diesen Tabellen]
TV-L West 2016 Netto-Gehaltskürzung
durch Beitragserhöhung VBL
123456
E 15 -0.8% -0.8% -0.8% -0.8% -0.8%  
E 14 -0.7% -0.8% -0.8% -0.8% -0.8%  
E 13 -0.7% -0.7% -0.8% -0.8% -0.8%  
E 12 -0.7% -0.7% -0.8% -0.8% -0.8%  
E 11 -0.7% -0.7% -0.7% -0.8% -0.8%  
E 10 -0.6% -0.7% -0.7% -0.7% -0.8%  
E 9 -0.6% -0.6% -0.7% -0.7% -0.7%  
E 8 -0.6% -0.6% -0.6% -0.6% -0.7% -0.7%
E 7 -0.5% -0.6% -0.6% -0.6% -0.6% -0.6%
E 6 -0.5% -0.6% -0.6% -0.6% -0.6% -0.6%
E 5 -0.5% -0.6% -0.6% -0.6% -0.6% -0.6%
E 4 -0.5% -0.5% -0.6% -0.6% -0.6% -0.6%
E 3 -0.5% -0.5% -0.5% -0.6% -0.6% -0.6%
E 2 -0.5% -0.5% -0.5% -0.5% -0.5% -0.6%
E 1   -0.5% -0.5% -0.5% -0.5% -0.5%
Tabelle 2016b, Tarifbereich West, Steuer 2015,
Lohnsteuerklasse I, GKV 15,5%, kinderlos
     
TV-L West 2016
verbleibende Netto-Gehaltssteigerung
123456
E 15 +2.8% +2.6% +2.6% +3.6% +3.4%  
E 14 +3.2% +2.8% +2.7% +2.6% +3.6%  
E 13 +3.3% +3.2% +2.8% +2.7% +3.2%  
E 12 +2.9% +3.2% +3.0% +2.7% +2.7%  
E 11 +3.0% +3.0% +3.3% +2.8% +2.6%  
E 10 +3.2% +2.6% +3.3% +3.2% +2.7%  
E 9 +3.5% +3.2% +3.0% +3.1% +3.2%  
E 8 +3.6% +3.4% +3.3% +3.2% +3.0% +2.8%
E 7 +3.8% +3.5% +3.4% +3.3% +3.2% +3.0%
E 6 +3.9% +3.6% +3.5% +3.4% +3.3% +3.2%
E 5 +4.0% +3.7% +3.6% +3.5% +3.4% +3.3%
E 4 +4.1% +3.8% +3.7% +3.6% +3.5% +3.4%
E 3 +4.2% +3.9% +3.8% +3.7% +3.6% +3.5%
E 2 +4.4% +4.1% +4.0% +4.0% +3.8% +3.6%
E 1   +4.8% +4.8% +4.7% +4.6% +4.5%
Tabelle 2016b, Tarifbereich West, Steuer 2015,
Lohnsteuerklasse I, GKV 15,5%, kinderlos

28.03.2015
Derzeit läuft in Potsdam die vierte Verhandlungsrunde.

Ver.di zeigt sich hinsichtlich der geforderten Entgelterhöhungen kompromißbereit, lehnt aber einen Systemwechsel oder Eingriffe in die Leistungen der betrieblichen Altersvorsorge weiterhin kategorisch ab.

Update 21:45: Verhandlungsteilnehmer berichten, die Tarifeinigung sei erfolgt. Demnach soll die Entgelterhöhung 2,1% rückwirkend zum 01.03.2015 betragen und 2,3%, mindestens aber 75 € zum 01.03.2016. Die Laufzeit soll 24 Monate betragen.
Bei der betrieblichen Altersvorsorge soll es zu keinen Leistungskürzungen kommen, wohl aber zu einer Erhöhung der Pflichtbeiträge in drei Schritten: zum 01.07.2015 um 0,2 Prozentpunkte, zum 01.07.2016 um 0,1 Prozentpunkte und zum 01.07.2017 um weitere 0,1 Prozentpunkte. Um die selben Prozentpunkte werden die Arbeitgeberbeiträge erhöht. Im Bereich VBL-Ost steigen die Beiträge um jeweils 0,75 Prozentpunkte.
Im Bereich VBL-Ost soll die Jahressonderzahlung in 5 gleichen Schritten auf das Westniveau angehoben werden.
Die Ausbildungsvergütungen steigen 2015 und 2016 um jeweils 30 €, der Urlaubsanspruch für Auszubildende wird von 27 auf 28 Tage erhöht.

gültig abErhöhunggültig bisTV-L allgemeinTV-L LehrerTV-L Kr  
linearmin.
01.01.2015
keine Veränderung
28.02.2015
keine Veränderung zu 2014
keine Veränderung
keine Veränderung
 
01.03.2015
+2,1%
29.02.2016? Tabelle 2015 Rechner 2015 Analyse Tabelle Rechner Tabelle Rechner 2015
01.03.2016
+2,3%
75 €
31.12.2016? Tabelle 2016 Rechner 2016 Analyse Tabelle Rechner Tabelle Rechner 2016
Diese Tabellen beziehen sich jeweils auf den Stand 01.03. und berücksichtigen die am 01.07. folgenden Netto-Gehaltskürzungen durch die Beitragserhöhung VBL nicht

27.03.2015
Jens Bullerjahn, Vertreter der Arbeitgeberseite, hält eine Entgelterhöhung von 5,5%, wie von den Gewerkschaften gefordert, weiterhin für unrealistisch. Er sieht aber eine Chance auf eine "anständige Anhebung", sofern die Gewerkschaftsseite bei der Kürzung der betrieblichen Altersvorsorge zu Zugeständnissen bereit ist.
Des weiteren sagte er im Hinblick auf die Tarifverhandlungen der angestellten Lehrkräfte: "Wenn die Lehrer ein besonders starkes Plus bekommen sollten, gibt es an anderer Stelle weniger. Alles hängt mit allem zusammen."

19.03.2015
Die Arbeitgeberseite erläutert ihren Ansatz zur Änderung bei der betrieblichen Altesversorgung: Der im Jahr 2001 vereinbarte Garantiezins in Höhe von 3,25% für die erarbeiteten Beiträge soll gesenkt werden. Der Garantiezins entsprach dabei im Jahr 2001 dem Garantiezins der Lebensversicherer, der inzwischen jedoch auf 1,25% abgesenkt wurde. Es soll nun eine "moderate Anpassung" in Richtung der 1,25% vorgenommen werden.
Dabei betont die Arbeitgeberseite:
  • laufende Renten und bestehen Anwartschaften bleiben unangetastet
  • die Umlagesätze werden beibehalten (VBL-West: 1,41%/6,45%)
  • dadurch verändert sich der Nettolohn der Beschäftigten nicht

Die Gewerkschaftsseite wendet sich gegen jegliche Leistungskürzungen bei der Betriebsrente, ist aber bereit, eine Erhöhung der Beiträge mitzutragen. Dies würde zu einer Absenkung des Nettolohns aller Beschäftigten führen.

Friedmar Fischer und Werner Siepe, Betreiber eines Informationsportals zur Zusatzversorgung (startgutschriften-arge.de) weisen darauf hin, daß eine Senkung des Garantiezinses für künftig entstehende Rentenanwartschaften nicht ohne Senkung der Altersfaktoren möglich ist, was damit in Konsequenz auch die Leistungszusagen verringert. Damit widersprechen sie den oben dargestellten Aussagen der Arbeitgeberseite, wonach deren Änderungsvorschlag nicht zu einer Kürzung bestehender Anwartschaften führen soll.

Informationen im Download:

18.03.2015
Nach den ergebnislos vertagten Tarifverhandlungen kündigen die Gewerkschaften umgehend eine Verstärkung der Warnstreiks an. Seitens der Gewerkschaften wird kritisiert, daß die Arbeitgeber auch in der dritten Verhandlungsrunde noch kein Angebot vorgelegt haben. Ein Kürzung der Zusatzversorgung (VBL/ZVK) wird entschieden abgelehnt.

Die Arbeitgeberseite, vertreten durch die Tarifgemeinschaft deutscher Länder und dessen Vorsitzenden Jens Bullerjahn, besteht dahingegen auf Kürzungen bei der Zusatzversorgung, betont dabei aber, daß bereits erworbene Ansprüche nicht gekürzt werden sollen: "Um es klarzustellen: Wir wollen weder in laufende Renten noch in bisher erworbene Ansprüche eingreifen. "

17.03.2015
Die dritte Verhandlungsrunde wird heute weiter geführt.

Aus Teilnehmerkreisen verlautete, die Verhandlungen seien komplett festgefahren. Ver.di-Chef Frank Bsirske: "Ich sehe im Moment noch gar kein Einigungspotenzial".

18:00 Nach Mitteilung der Süddeutschen Zeitung legten die Arbeitgeber ein Angebot für die Bezahlung der angestellten Lehrer vor. Demnach sollen die Ost-West-Unterschiede im Tarifrecht ausgeglichen werden.
Die weiteren Tarifverhandlungen wurden auf 28.03. vertagt.

16.03.2015
Heute beginnt in Potsdam begleitet von Warnstreiks die dritte Verhandlungsrunde, die mindestens zwei, möglicherweise auch drei Tage andauern wird.

Am Abend wurde bekannt, daß Arbeitgeber und Gewerkschaften keine Angaben zum Stand der Vehandlungen machen möchten. Daher ist auch nicht bekannt, ob die Arbeitgeberseite inzwischen ein Angebot vorgelegt hat.

15.03.2015
Am Vortag der dritten Verhandlungsrunde droht ver.di-Chef Bsirske für den Fall des Scheiterns der Verhandlungen mit einer Eskalation und Streiks, an denen sich weit mehr als 100.000 Mitarbeiter beteiligen würden.

09.03.2015
Die Gewerkschaft ver.di ruft in allen Bundesländern zu Warnstreiks auf, insbesondere Mitarbeiter von Straßenmeistereien, Küstenschutz, Unikliniken, Universitäten, Statistikämtern und anderen Bereichen der Landesverwaltung.

27.02.2015
Auch der zweite Tag der zweiten Verhandlungsrunde endet ergebnislos. Das Scheitern der Verhandlungen sei vor allem auf starke Differenzen bei der betrieblichen Altersvorsorge (VBL) zurückzuführen. Frank Bsirske (ver.di) hierzu: "Die Arbeitgeber haben kein Lohnangebot vorgelegt und verlangen stattdessen Einschnitte bei der betrieblichen Altersvorsorge"

Seitens der Gewerkschaften werden für die kommende Woche Warnstreiks angekündigt.

26.02.2015
Heute beginnt in Potsdam die zweite Verhandlungsrunde zur Tarifrunde TV-L 2015.
Die Gewerkschaften wollen bei den Tarifverhandlungen ein besseres Ergebnis erzielen als die gestern vereinbarte lineare Entgeltsteigerung von 3,4% der Metall- und Elektroindustrie, so Willi Russ, Verhandlungsführer des Beamtenbundes.

16.02.2015
Der erste Verhandlungstag zur Tarifrunde TV-L 2015 endete am frühen Nachmittag ohne Ergebnis. Aus Verhandlungskreisen verlautete, daß insbesondere bei der linearen Entgeltsteigerung (gefordert sind +5,5%) die Positionen noch sehr weit auseinander lägen.

15.02.2015
In einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung relativiert Willi Russ, der Verhandlungsführer auf Seiten des Beamtenbundes, die offizielle Tarifforderung: "Wir orientieren uns sehr stark an unserem guten Abschluß mit Bund und Kommunen im Vorjahr. Diese 5,4 Prozent sind unser Leuchtturm. Unsere Mitglieder bei den Ländern stellen fest, daß sie jetzt zum 1. März einen Nachholbedarf in den Entgelten von im Schnitt 3,9 Prozent gegenüber den Arbeitnehmern in Bund und Kommunen haben. Eine geräuschlose Tarifrunde kann ich in keinster Weise versprechen."

14.02.2015
Im Vorfeld der am Montag beginnenden Tarifverhandlungen bekräftigt sowohl die Führung von ver.di als auch die des Beamtenbundes die Tarifforderung vom 18.12. Dabei wird auch mit Streiks gedroht.

19.12.2014
Die Gewerkschaftsforderung einer Entgelterhöhung um 5,5% bei einem Mindestbetrag von 175 € würde in der Entgelttabelle in lediglich 28 Tabellenfeldern zur linearen Entgelterhöhung um 5,5% führen, in den restlichen 54 Tabellenfeldern zu einer absoluten Erhöhung um 175 €:

123456
E 15 +5.50% +5.50% +5.50% +5.50% +5.50%  
E 14 +5.50% +5.50% +5.50% +5.50% +5.50%  
E 13 +5.50% +5.50% +5.50% +5.50% +5.50%  
E 12 +5.79% +5.50% +5.50% +5.50% +5.50%  
E 11 +6.00% +5.50% +5.50% +5.50% +5.50%  
E 10 +6.23% +5.61% +5.50% +5.50% +5.50%  
E 9 +7.04% +6.36% +6.06% +5.50% +5.50%  
E 8 +7.53% +6.79% +6.51% +6.25% +6.00% +5.85%
E 7 +8.04% +7.26% +6.82% +6.53% +6.32% +6.14%
E 6 +8.19% +7.40% +7.06% +6.75% +6.56% +6.37%
E 5 +8.55% +7.73% +7.36% +7.04% +6.81% +6.66%
E 4 +9.01% +8.12% +7.62% +7.36% +7.13% +6.98%
E 3 +9.14% +8.25% +8.04% +7.72% +7.47% +7.28%
E 2 +9.91% +8.95% +8.70% +8.46% +7.96% +7.49%
E 1   +11.12% +10.93% +10.70% +10.48% +9.97%
Bei allen rot markierten Tabellenfeldern
wirkt sich der Mindestbetrag nicht aus.

 5,5%
 unter 6%
 
 6% und mehr
 7% und mehr
 8% und mehr

Die Gewerkschaftsforderungen würden zu einer Entgelttabelle führen, in der sich das vertikale Spannungsverhältnis der Tabelle von 307% im Jahr 2014 auf 295% im Jahr 2015 verringert. In der Ausgangstabelle zum TV-L 2006 lag dieser Wert übrigens noch bei 316%, im ersten Bundesbesoldungsgesetz von 1957, in welchem das vertikale Spannungsverhältnis zwischen den Laufbahngruppen noch gesetzlich festgeschrieben war, bei 495%!
Das vertikale Spannungsverhältnis ist letztendlich ein Maß für die Attraktivität von Höhergruppierungen im allgemeinen und damit ein Indikator monetärer Leistungsanreize aus dem Entgeltsystem.

18.12.2014
Seitens der Gewerkschaften werden die Forderungen zur Tarifrunde TV-L 2015 bekannt gegeben. Diese beinhalten eine lineare Entgelterhöhung um 5,5% mit einem Mindesterhöhungsbetrag von 175 €. Die Tariflaufzeit soll 12 Monate betragen.
Die Ausbildungsvergütungen sollen pauschal um 100 € angehoben und der Jahresurlaubsanspruch der Auszubildenden von 27 auf 30 Tage erhöht werden.

Beispielrechnung zur Gewerkschaftsforderung vom 18.12.2014
gültig ab Erhöhung gültig bis Forderung TV-L 2015 (a)
01.01.2015
+5,5% min. 175 €
31.12.2015 Tabelle 2015 Rechner 2015 Analyse

Die Arbeitgeberseite, organisiert in der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL), lehnt die Gewerkschaftsforderungen wie erwartet ab. Angesichts einer "Inflationsrate von zuletzt 0,6 % lassen die Gewerkschaften hier jeden Realitätssinn vermissen", so Jens Bullerjahn, Vorsitzender der TdL und Finanzminister Sachsen-Anhalts.

Ausgangstabelle

Ausgangstabelle TV-L 2014 - gültig seit 01.01.2014
123456
E 15Ü 5076.52 5634.77 6164.55 6512.05 6597.50
E 15 4034.04 4472.68 4637.88 5224.63 5668.97
E 14 3652.39 4051.13 4284.69 4637.88 5179.05
E 13Ü 3737.83 3937.21 4284.69 4637.88 5179.05
E 13 3367.56 3737.83 3937.21 4324.57 4860.04
E 12 3020.06 3350.46 3817.57 4227.73 4757.50
E 11 2917.52 3230.84 3464.39 3817.57 4330.27
E 10 2809.29 3116.90 3350.46 3584.02 4028.36
E 9 2484.57 2752.31 2889.04 3265.01 3561.24
E 8 2325.07 2575.73 2689.65 2797.89 2917.52 2991.58
E 7 2176.96 2410.52 2564.33 2678.26 2769.42 2849.15
E 6 2137.09 2364.95 2478.88 2592.82 2666.87 2746.61
E 5 2045.94 2262.41 2376.35 2484.57 2570.03 2626.99
E 4 1943.40 2154.19 2296.59 2376.35 2456.10 2507.36
E 3 1914.92 2120.00 2176.96 2268.11 2342.16 2404.82
E 2Ü 1829.47 2023.15 2097.22 2188.37 2251.03 2302.28
E 2 1766.81 1954.79 2011.77 2068.73 2199.75 2336.47
E 1 1573.13 1601.60 1635.78 1669.97 1755.42


alle Angaben ohne Gewähr!