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Tarifvertrag fr den ffentlichen Dienst der Lnder (TV-L)
Bereich:alle Bundeslnder
ohne Hessen
Laufzeit:01.01.2019-30.09.2021
Beschftigte:  1.100.000
(Beamte:  1.300.000)
Verhandlungs-  
runden:
1 - 21.1.2019
2 - 6.2./7.2.
3 - 28.2./1.3./2.3.
Einigung:2.3.2019

TV-L - Tarifvertrag fr den ffentlichen Dienst der Lnder

Ergebnis der Tarifrunde TV-L 2019

1. Laufzeit
  • 33 Monate: 01.01.2019 - 30.09.2021

2. Entgelt
  • Erhhung der Tabellenentgelte in 3 Schritten:
    • 01.01.2019: +3,01% mindestens 100 €
    • 01.01.2020: +3,12% mindestens 90 €
    • 01.01.2021: +1,29% mindestens 50 €
  • Abweichende Anhebung der Stufen 1 aller Entgeltgruppen:
    • 01.01.2019: +4,5% mindestens 100 €
    • 01.01.2020: +4,3% mindestens 90 €
    • 01.01.2021: +1,8% mindestens 50 €
  • Einfrieren der Jahressonderzahlung auf dem Niveau des Jahres 2018
    fr die Jahre 2019 bis einschlielich 2022

    Jahressonderzahlung TV-L
    2018201920202021
    E 14 bis E 15 35% 33,98% 32,95% 32,53%
    E 12 bis E 13 50% 48,54% 47,07% 46,47%
    E 9a bis E 11 80% 77,66% 75,31% 74,35%
    E 5 bis E 8 95% 92,19% 89,40% 88,14%
    E 1 bis E 4 91,69% 88,91% 87,43%
    Festlegung gem. Einigung der Redaktionsgesprche vom 31.07.2019
    2018: Tarifgebiet West. Ab 2019 ist das Ost- ans West-Niveau
    angeglichen. Dies war bereits Ergebnis der Tarifrunde 2015

3. Auszubildende und Praktikanten
  • Entgelterhhung in 2 Schritten:
    • 01.01.2019: +50 €
    • 01.01.2020: +50 €
  • Abweichende Erhhung fr TVA-L Gesundheit:
    • 01.01.2019: +45,50 €
    • 01.01.2020: +50 €
  • Festsetzung des Jahresurlaubsanspruchs auf 30 Tage (bisher 29 Tage)

4. weitere Regelungen

  • Gesamterhhungsvolumen als Referenzwerte:
    • 01.01.2019: +3,2%
    • 01.01.2020: +3,2%
    • 01.01.2021: +1,4%
  • Aufteilung der Entgeltgruppe E 9 in die Entgeltgruppen E 9a und E 9b
    [Hinweise zur berleitung in die E 9a]
  • Neue Tabellenstruktur im Bereich der Pflege (KR-Tabelle)
    [Hinweise zur neuen KR-Tabelle]
  • Einrichtung einer neuen Entgelttabelle fr den Sozial- und Erziehungsdienst (S-Tabelle)
    [Hinweise zur berleitung in die S-Tabelle]
  • Erhhung der Garantiebetrge bei Hhergruppierung zum 01.01.2019
    auf 100 € (bis E 8) und 180 € (ab E 9)

vorlufige Entgelttabellen (Prognose)
gltig ab Erhhung gltig bis TV-L allgemein TV-L KR TV-L S
01.01.2019
+3,01% / 100 €
31.12.2019 Tabelle 2019 Rechner 2019 Analyse Tabelle Rechner Tabelle Rechner
01.01.2020
+3,12% / 90 €
31.12.2020 Tabelle 2020 Rechner 2020 Analyse Tabelle Rechner Tabelle Rechner
01.01.2021
+1,29% / 50 €
30.09.2021 Tabelle 2021 Rechner 2021 Analyse Tabelle Rechner Tabelle Rechner
Hinweis: bei TV-L allgemein und TV-L KR handelt sich um vorlufige Entgelttabellen, bei TV-L S lediglich um eine Prognose!
Das Einfrieren der Jahressonderzahlung fhrt zu einer Verringerung der linearen Erhhung um jeweils bis zu 0,2 Prozentpunkte
Diese ist hier noch nicht bercksichtigt!

Sonderseite zur Besoldungsrunde 2019 der Landesbeamten

Chronologie zur Tarifrunde TV-L 2019

31.07.2019
Die Redaktionsverhandlungen sind abgeschlossen.

08.07.2019
Die Redaktionsverhandlungen wurden auf 30.07. vertagt. Nach Gewerkschaftsangaben besteht in einigen grundlegenden Fragen Uneinigkeit bezglich der Interpretation bzw. Durchfhrung der bisherigen Tarifeinigung. Nach Gewerkschaftsangaben sind dies:
  • Erhhung der Garantiebetrge bei Hhergruppierung:
    die Arbeitgeberseite (TDL) sieht dies auf nach der Tarifeinigung neu eingestellte Mitarbeiter beschrnkt, die Gewerkschaftsseite auf alle Mitarbeiter.
    die TDL sieht des weiteren keine Dynamisierung der Garantiebetrge vor.
  • Berechnung der einzufrierenden Jahressonderzahlung:
    whrend die TDL eine Berechnung der Prozentstze wie im Falle der Tarifeinigung 2018 der Kommunen vorschlgt (dies ist auch den vorlufigen Berechnungen auf ffentlicher-dienst.info zu Grunde gelegt), lehnt die Gewerkschaftsseite dieses Verfahren ab.
  • die Gewerkschaftsseite fordert, die Entgeltordnung neu mit Genderbezeichnungen abzufassen, d.h. an allen Stellen um explizit mnnliche und weibliche Formen zu erweitern. Ob dabei auch neu geschaffene dritte und weitere Geschlechter bercksichtigt werden sollen, ist bislang nicht bekannt.
    Die TDL bevorzugt, den Bezug auf alle Geschlechter einmalig in der Prambel zu erwhnen.

18.06.2019
Die Redaktionsverhandlungen sollen am 01.07. beginnen. Dabei sollen die folgenden nderungstarifvertrge verhandelt werden:
  • nderungstarifvertrag Nr. 11 zum TV-L
  • nderungstarifvertrag Nr. 3 TV EntgO-L
  • nderungstarifvertrag Nr. 7 zum Pkw-Fahrer-TV-L
  • nderungstarifvertrag Nr. 9 zum TVA-L BBiG
  • nderungstarifvertrag Nr. 9 zum TVA-L Pflege
  • nderungstarifvertrag Nr. 1 zum TVA-L Gesundheit
  • nderungstarifvertrag Nr. 5 zum TV Prakt-L
  • nderungstarifvertrag Nr. 10 zum TV-Lnder

17.04.2019
Die Tarifkommission der Gewerkschaft ver.di nimmt nach abgeschlossener Mitgliederbefragung das Tarifergebnis einstimmig an.
Mitteilungen zur Annahme von den anderen beteiligten Gewerkschaften stehen noch aus.

10.04.2019
Im Rahmen der Redaktionsverhandlungen wurde vereinbart, die Mindesterhhungsbetrge von 100 € fr 2019, 90 € fr 2020 und 50 € fr 2021 nun auch auf die Stufen 1 anzuwenden. Damit ergeben sich zustzliche Erhhungen um wenige Euro in den Stufen 1 der Entgeltgruppen 2 bis 4 in der Tabellen 2019 und 2020, sowie in den Stufen 1 der Entgeltgruppen 2 bis 7 der Tabellen 2021.
Die Tabellen im Online-Rechner wurden rckwirkend dementsprechend angepat.

Ebenfalls im Rahmen der Redaktionsverhandlungen wurde nun das berleitungsverfahren in die neue KR-Tabelle fr das Pflegepersonal vereinbart:
von (2018) KR 3aKR 4aKR 7aKR 8aKR 9aKR 9bKR 9cKR 9dKR 10aKR 11aKR 11bKR 12a
nach (2019) KR 5KR 6KR 7KR 8KR 9KR 10KR 11KR 12KR 13KR 14KR 15KR 16
Die berleitung erfolgt stufengleich unter Anrechnung der bisher verbrachten Stufenlaufzeit.

30.03.2019 - TV-H
Das Einfrieren der Jahressonderzahlung wird blicherweise durch verringerte Prozentstze je nach Entgeltgruppe und nicht durch individuelle Werte fr jeden Mitarbeiter realisiert. Sollte dieses Verfahren nach Abschlu der Redaktionsverhandlungen zur Tarifeinigung TV-H ebenfalls zum Einsatz kommen, ergben sich die folgenden knftigen Werte fr die Jahressonderzahlung:

Jahressonderzahlung TV-H (Hessen)
2018201920202021
E 9 bis E 15 60% 58.252% 56.490% 55.765%
E 1 bis E 8 90% 87.379% 84.735% 83.648%
Hinweis: es handelt sich hierbei um vorlufige Werte basierend
auf eigener Hochrechnung. Knftige nderungen sind denkbar!

Durch die eingefrorene Jahressonderzahlung verringern sich die tatschlichen linearen Erhhungswerte bezogen auf die Jahresgehlter entsprechend:

TV-L - linearer Anteil der Entgelterhhungen
der Jahresgehlter unter Bercksichtigung
des Einfrierens der Jahressonderzahlung
201920202021gesamt
E 9 bis E 15 +2,86% +2,98% +1,24% +7,23%
E 1 bis E 8 +2,79% +2,91% +1,21% +7,12%
[Tabelle] [Tabelle] [Tabelle] [Tabelle]
Hinweis: es handelt sich hierbei um vorlufige Werte basierend
auf eigener Hochrechnung. Dargestellt ist lediglich der lineare
Erhhungsanteil ohne Anwendung der Mindesterhhungsbetrge.

29.03.2019 - TV-H
Im Bereich des TV-H (Hessen) wurde eine Tarifeinigung in Anlehnung an die des TV-L erzielt:
01.03.2019: +3,0%, mindestens 100 €
01.02.2020: +3,12%, mindestens 100 €
01.01.2021: +1,3%, mindestens 40 €
Die Laufzeit betrgt 33 Monate - vom 01.01.2019 bis 30.09.2021
Die Jahressonderzahlung (Weihnachtsgeld) wird bis einschlielich 2022 auf dem Stand des Jahres 2018 eingefroren.
Die Entgeltgruppe E 9 wird zum 01.08.2019 in E 9a und E 9b aufgeteilt.

Sowohl Innenministerium als auch ver.di und dbb melden heute in ihren Pressemitteilungen falsche bzw. irrefhrend hhere Werte zur Entgelterhhung. Lediglich der Gewerkschaft der Polizei verffentlicht eine serise Pressemitteilung:

vorlufige Entgelttabellen TV-H (Hessen)
gltig ab Erhhung gltig bis Prognose
01.03.2019
+3,00% / 100 €
31.01.2020 Tabelle 2019 Rechner 2019 Analyse
01.02.2020
+3,12% / 100 €
31.12.2020 Tabelle 2020 Rechner 2020 Analyse
01.01.2021
+1,30% / 40 €
30.09.2021 Tabelle 2021 Rechner 2021 Analyse
Diese Tabellen sind als Vorlufig zu betrachten. nderungen sind denkbar!

08.03.2019
Im Folgenden eine bersicht der tatschlichen Entgelterhhungen im Vergleich zu den von Arbeitgebern und Gewerkschaften genannten Referenzwerten von 3,2% fr 2019, 3,2% fr 2020 und 1,4% fr 2021. Bercksichtigt ist dabei das gesamte Paket einschlielich linearen Entgeltsteigerungen, Mindesterhhungsbetrgen und der schrittweisen Absenkung des Niveaus der Jahressonderzahlung.
Mit der Maus ber dem jeweiligen Tabellenfeld lassen sich die jeweiligen absoluten und prozentualen Entgelterhhungen abrufen. [ausfhrliche Version]

2018→2019
Referenzwert: +3,2%
123456
E 15
E 14
E 13
E 12
E 11
E 10
E 9b
E 8
E 7
E 6
E 5
E 4
E 3
E 2
E 1  
   
2019→2020
Referenzwert: +3,2%
TV-L123456
E 15
E 14
E 13
E 12
E 11
E 10
E 9b
E 8
E 7
E 6
E 5
E 4
E 3
E 2
E 1  
   
2020→2021
Referenzwert: +1,4%
TV-L123456
E 15
E 14
E 13
E 12
E 11
E 10
E 9b
E 8
E 7
E 6
E 5
E 4
E 3
E 2
E 1  
   
2018→2021
Referenzwert: +8%
TV-L123456
E 15
E 14
E 13
E 12
E 11
E 10
E 9b
E 8
E 7
E 6
E 5
E 4
E 3
E 2
E 1  
[ausfhrliche Version]

  lineare Entgeltsteigerung unter dem Referenzwert
  Anwendung des Mindesterhhungsbetrags; Entgeltsteigerung dennoch unter dem Referenzwert
  Anwendung des Mindesterhhungsbetrags; Entgeltsteigerung ber dem Referenzwert
  Abweichende Entgelterhhung (+4,5% / +4,3% / +1,8%)

Referenzwerte sind die Erhhungswerte von 3,2% fr 2019, 3,2% fr 2020 und 1,4% fr 2021, die von Arbeitgebern und Gewerkschaften als Tariferhhungen im Einigungspapier vereinbart wurden. Rot hinterlegte Werte liegen darunter, grn hinterlegte Werte darber.
Die Stufe 1 ist grau hinterlegt, da es sich wegen der sehr kurzen Stufenlaufzeit von nur einem Jahr um eine Entgeltstufe handelt, die so gut wie ausschlielich fr neue Mitarbeiter zur Anwendung kommt und so fr eine bersicht der Gehaltsentwicklung fr bereits im Dienst befindliche Kollegen keine Rolle spielt.

Berechnungsbasis ist jeweils das Monatsgehalt unter anteilsmiger Bercksichtigung der Jahressonderzahlung (zu einem Zwlftel). Damit sind sowohl die Entgelterhhungen als auch das Einfrieren der Jahressonderzahlung, was einer linearen Entgeltkrzung gleich kommt, in diesem Vergleich enthalten.

Die Entgeltgruppe E 9a ist nicht dargestellt, da deren berleitungsregeln aus der E 9 noch nicht feststehen.

07.03.2019
Im Haushaltsausschu des Niederschsischen Landtags betont die Leiterin des Referats fr Besoldungsrecht im Finanzministerium den Werbecharakter fr Neueinsteiger der Tariferhhung der Stufen 1 insbesondere im Wettbewerb mit den Kommunen als Ergebnis der Tarifrunde TVD 2018-2020.

06.03.2019
Vergleich der Forderungen von ver.di im Bereich Entgelt und Laufzeit mit dem tatschlich erzielten Ergebnis:

Forderung der
Gewerkschaften
Tarifergebnis
12.11.2018 02.03.2019
Entgelterhhung 2019
+6,0%
+3,01%
Entgelterhhung 2020
nicht beziffert
+3,12%
Entgelterhhung 2021
nicht beziffert
+1,29%
Laufzeit des Tarifvertrages   
12 Monate
33 Monate

05.03.2019 - Stimmen zum Tarifabschlu
Matthias Kollatz (SPD), Verhandlungsfhrer der Arbeitgeberseite und Finanzsenator von Berlin:
"Angesichts der hohen Forderungen, mit denen die Gewerkschaften angetreten sind, ist das erzielte Ergebnis ein guter Kompromiss"
Frank Bsirske, Verhandlungsfhrer der Gewerkschaftsseite und Vorsitzender der Gewerkschaft ver.di:
"Das ist das beste Ergebnis seit vielen Jahren und ein guter Tag fr die Beschftigten des ffentlichen Dienstes"
Marlis Tepe, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW):
"Das Ergebnis strkt die Attraktivitt des ffentlichen Dienstes. [...] Die Angleichungszulage der angestellten Lehrerinnen und Lehrer erhht sich um 75 auf 105 Euro. Damit ist ein wichtiger Schritt in Richtung Paralleltabelle getan"
Ulrich Silberbach, Vorsitzender des dbb Beamtenbund und Tarifunion:
Wir haben mit dieser Einigung Anschluss an die allgemeine Einkommensentwicklung gehalten und gleichzeitig einen Frontalangriff der Lnderarbeitgeber auf die Grundlagen der Entgeltordnung abgewehrt"

Daniel Eckert, Zeitung "die Welt":
"Mit dem Tarifabschluss 2019 hat sich Ver.di-Chef Frank Bsirske ein Denkmal gesetzt."
Frank Specht, Handelsblatt:
"Der Tarifabschluss im ffentlichen Dienst ist ein guter Kompromiss. [...] Aber fr qualifizierte Fachkrfte und Pflegerinnen wre mehr drin gewesen."
Maximilian Plck, RP Online:
"Der Abschluss kann sich sehen lassen. [...] Die Lnder hatten argumentativ die schlechteren Karten. Den Fachkrftemangel spren sie am eigenen Leib. Doch nur wer anstndig zahlt, kann im immer schrferen Wettbewerb bestehen."
Alfons Frese, Tagesspiegel:
"Die lange Laufzeit des Vertrags ist auergewhnlich."
Tageszeitung "taz":
"Die hher eingestuften Beschftigten im ffentlichen Dienst knnen mit dem Tarifabschluss gut leben. Die unteren Lohngruppen aber bleiben abgehngt. [...] Der Tarifabschluss ist ein Erfolg fr die akademische Mittelschicht, aber nicht fr die blue collars im Staatdienst."
Detlef Esslinger, Sddeutsche Zeitung:
"Wie unterschiedlich Kommunen und Lnder ihre Angestellten bezahlten, war ungerecht und emprend. [...] Woraus sich fr die Bundeslnder die Frage ergibt: Wozu noch separat verhandeln, ohne Bund und Kommunen?"

04.03.2019
Zahlreiche Medien berichten ber angebliche 8% Tariferhhung im ffentlichen Dienst der Lnder bei 33 Monaten Laufzeit bzw. 3,2% im Jahr 2019.
In Wirklichkeit betrgt die Entgelterhhung 2019 unter Bercksichtigung der Absenkung der Sonderzahlung lediglich 2,8% bis 2,9% fr diejenigen Entgeltgruppen und -stufen, in denen nicht der Mindesterhhungsbetrag oder die Sonderregelung zur Stufe 1 angewendet wird. Fr 2020 sind 2,9% bis 3,0% zutreffend, fr 2021 1,2%.
Die gesamte Erhhung betrgt also nur um die 7,2%, freilich mit Sonderregelungen fr einen Teil der Mitarbeiter.
Dabei ist zu bercksichtigen, da die berproportionale Erhhung in den Stufen 1 der Entgelttabelle - wegen der kurzen Stufenlaufzeit von nur einem Jahr - fr bereits in einem Dienstverhltnis stehenden Kollegen praktisch nicht zur Anwendung kommen wird und damit den bestehenden Mitarbeitern im ffentlichen Dienst der Lnder nicht zu Gute kommen wird. Die Vorteile der Erhhung der Eingangsstufe 1 liegen klar in der Attraktivittssteigerung zur Neugewinnung von Personal.

Die Falschmeldungen der Medien rhren vermutlich von den teilweise unvollstndigen, teilweise auch falschen Pressemitteilungen der Arbeitgeber und Gewerkschaften, die wir im Folgenden am Beispiel der Erhhung 2019 in der bersicht darstellen:

TDL"Entgelte [...] werden rckwirkend zum 1. Januar 2019 um ein Gesamtvolumen von 3,2 Prozent erhht. Davon 3,01 Prozent als lineare Komponente."
DBB"Anhebung [...] um 3,2 Prozent (1.1.2019)"
ver.di"um 3,2 Prozent, mindestens aber um 100 Euro, angehoben werden"
GEW"Die Gehlter steigen in drei Schritten um 8 Prozent, darin enthalten ist eine soziale Komponente von 240 Euro"

TDL beschreibt zwar die lineare Komponente der Erhhung korrekt, unterschlgt aber die eingefrorenen Sonderzahlung.
Der DBB bertreibt noch mehr und behauptet eine Entgeltsteigerung von 3,2%, ebenfalls ohne die Sonderzahlung zu erwhnen. Sogar noch etwas mehr bertreibt die Gewerkschaft ver.di mit 3,2% bei einem Mindesterhhungsbetrag von 100 Euro - ebenfalls ohne Erwhung der Sonderzahlung. Die GEW ist noch am ehrlichsten mit ihrer Aussage, aber auch hier wird die Absenkung des Niveaus der Sonderzahlung nicht erwhnt.

Hier die tatschlichen linearen Erhhungswerte aufs Jahresgehalt und unter Bercksichtigung der Absenkung des Niveaus der Jahressonderzahlung:

TV-L - linearer Anteil der Entgelterhhungen
der Jahresgehlter unter Bercksichtigung
des Einfrierens der Jahressonderzahlung
201920202021gesamt
E 14 bis E 15+2,92%+3,03%+1,26%+7,38%
E 12 bis E 13+2,89%+3,00%+1,24%+7,29%
E 9a bis E 11+2,82%+2,93%+1,21%+7,12%
E 1 bis E 8 +2,78%+2,90%+1,20%+7,02%
Hinweis: vorlufige Berechnung
Wichtig: es handelt sich hierbei lediglich um den linearen Anteil
der Entgelterhhung. Die Mindesterhhungsbetrge fr einen Teil
der Entgelttabelle sind in dieser Tabelle nicht bercksichtigt!

03.03.2019
vorlufige Entgelttabellen (Prognose)
gltig ab Erhhung gltig bis TV-L allgemein
01.01.2019
+3,01% / 100 €
31.12.2019 Tabelle 2019 Rechner 2019 Analyse
01.01.2020
+3,12% / 90 €
31.12.2020 Tabelle 2020 Rechner 2020 Analyse
01.01.2021
+1,29% / 50 €
30.09.2021 Tabelle 2021 Rechner 2021 Analyse
Hinweis: es handelt sich hierbei um vorlufige Entgelttabellen!
Das Einfrieren der Jahressonderzahlung fhrt zu einer Verringerung der linearen Erhhung
um jeweils ca. 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte

Pressemitteilungen der Verhandlungsparteien zum Tarifabschlu:

02.03.2019
Heute werden die Tarifverhandlungen fortgesetzt.

Update 16:00: die Arbeitgeberseite hat noch kein Angebot vorgelegt!
Update 21:30: weiterhin keine Neuigkeiten.
Update 22:30: Tarifeinigung erfolgt. Stufenweise Anhebung. Noch keine weiteren Informationen verfgbar.

Update 23:30:
01.01.2019: +3,01%, mindestens 100 €, Stufen 1: +4,5%
01.01.2020: +3,12%, mindestens 90 €, Stufen 1: +3,2%
01.01.2021: +1,29%, mindestens 50 €, Stufen 1: +1,8%
Laufzeit: 33 Monate!
Einfrieren der Jahressonderzahlung auf dem Niveau des Jahres 2018 gltig bis 2022
Angleichungszulage fr Lehrkrfte: Erhhung von 75 € auf 105 €
Sozial- und Erziehungsdienst: Angleichung zu Bund und Kommunen zum 01.01.2020 mit Einfhrung der S-Tabelle

Als Gesamterhhungsvolumen werden 3,2% fr 2019, 3,2% fr 2020 und 1,4% fr 2021 angegeben.

01.03.2019
Auch der zweite Tag der dritten Verhandlungsrunde endet ohne Ergebnis und ohne verffentliches Angebot der Arbeitgeberseite. Unter den Tarifparteien wurde die Vereinbarung getroffen, einen weiteren Verhandlungstag am morgigen Samstag anzuhngen.

28.02.2019
Vor der heute beginnenden dritten Verhandlungsrunde, fr die wiederum zwei Tage vorgesehen sind, liegen die Positionen noch weit auseinander. Die Gewerkschaften kndigen Streiks fr den Fall einer ergebnislosen Vertagung auch dieser Verhandlungsrunde an.

26.02.2019
Kurz vor Beginn der dritten Verhandlungsrunde am 28.02. erhhen die Gewerkschaften die Intensitt der Warnstreiks. Der Vorsitzende von ver.di, Frank Bsirske, hlt eine weitere Verschrfung des Konflikts fr mglich und schliet eine Eskalation nicht aus.

18.02.2019
Eine aktuelle Liste der laufenden Warnstreiks entnehmen Sie bitte dem Warnstreikkalender im TV-L Forum.

07.02.2019
Auch der zweite Tag der zweiten Verhandlungsrunde endet ohne Annherung der Tarifparteien. Die Gewerkschaftsseite kndigt in Folge bundesweite Warnstreiks und Protestaktionen an.

06.02.2019
Der erste Tag der zweiten Verhandlungsrunde zur Tarifrunde 2019 endet ohne Ergebnis. Wie erwartet legen die Arbeitgeber weiterhin kein Angebot vor.

05.02.2019
Ein aktueller Vergleich der Jahresentgelte der einzelnen Entgeltgruppen und -stufen des TV-L mit denjenigen des TVD Bund zeigt eine fast durchgngig geringere Bezahlung der Landesbediensteten. Dies in besonderem Mae beim vergleichbaren hheren und gehobenen Dienst.
Dabei ist allerdings zu bercksichtigen, da die Entgeltordnungen zu teilweise leicht abweichenden Eingruppierungen fhren, was im Rahmen dieser Vergleichsbersicht nicht abbildbar ist.

Vergleichstabelle TV-L mit TVD
123456
E 15 -6.0% -4.4% -5.8% -4.4% -4.4% -6.4%
E 14 -6.0% -4.4% -5.4% -5.5% -4.4% -6.8%
E 13 -4.8% -3.6% -4.9% -4.4% -3.3% -4.7%
E 12 -5.8% -6.0% -5.0% -5.1% -4.7% -6.5%
E 11 -3.3% -3.6% -4.2% -3.5% -2.4% -4.6%
E 10 -3.3% -2.8% -3.2% -3.9% -2.4% -2.1%
E 9 -2.9% -2.1% -3.8% -2.6% -2.4% -5.7%
E 9k -2.9% -1.7% +1.2% +8.8% -0.5%
E 8 -2.4% -1.2% -1.4% -1.6% -1.7% -1.5%
E 7 -2.2% -1.7% -1.2% -1.4% -1.7% -1.5%
E 6 -2.1% -1.1% -1.2% -1.2% -1.9% -1.5%
E 5 -2.0% -1.1% -1.0% -1.2% -1.5% -1.5%
E 4 -1.9% -1.0% -0.9% -1.1% -1.3% -1.2%
E 3 -1.7% -1.2% -1.0% -1.2% -1.1% -1.3%
E 2 -1.5% -1.3% -1.1% -1.3% -1.3% -1.4%
E 1 -1.3% -1.3% -1.4% -1.4% -1.5%
      Verglichen wird TVD Bund 2018
mit TV-L West 2018

Bercksichtigt wird jeweils das Jahresgehalt brutto einschlielich Sonderzahlung.

TV-L E 9 wird verglichen mit TVD E 9b
TV-L E 9k wird verglichen mit TVD E 9a

positive Werte: TV-L ist gnstiger
negative Werte: TV-L ist ungnstiger

Ausfhrliche Version dieser Vergleichstabelle

 TV-L ist gnstiger
 
TV-L ist ungnstiger:
 weniger als 2% Abweichung
 2% bis 4% Abweichung
 mehr als 4% Abweichung

04.02.2019
Wie die Sddeutsche Zeitung berichtet, gehen die Arbeitgeber ohne Angebot in die zweite Verhandlungsrunde.
Der Verhandlungsfhrer der Lnder, Matthias Kollatz (SPD), sehe den Sinn der ersten beiden Verhandlungsrunden darin, die Themen festzulegen und durchzusprechen um dann "in der dritten Runde zu einem Paket zu kommen".

23.01.2019
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ruft ihre Mitglieder im Sozial-und Erziehungsdienst in Berlin fr Dienstag, 29.01. zu einem Warnstreik auf.
Bestreikt werden sollen u.a. Kindergrten, Horte und Grundschulen.

21.01.2019
Zu Beginn der heutigen ersten Verhandlunsgrunde kndigt ver.di-Chef Frank Bsirske "eine harte Haltung" der Gewerkschaften an. Die Privatwirtschaft habe im letzten Jahr Tariflohnerhhungen von ber 3% gesehen und daran msse der ffentlichen Dienst der Lnder Anschlu halten.
Der Verhandlungsfhrer der Lnder, Matthias Kollatz, verweist dahingegen auf die Notwendigkeit der Bundeslnder zur Sparsamkeit. Ab 2020 gelte die Schuldenbremse in den Lndern. Ein "Bezahlwettlauf mit dem Privatsektor" knne der ffentliche Dienst nicht gewinnen. Vielmehr mten die Lnder mit "qualitativen Merkmalen" wie Teilzeitarbeit, "Lohngerechtigkeit von Frauen und Mnnern", bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und bei Homeoffice-Angeboten berzeugen.

Die erste Verhandlungsrunde endet am Abend ohne ein Angebot der Arbeitgeberseite.

20.01.2019
Die durchschnittliche Tarifentwicklung des ffentlichen Dienstes der Lnder bleibt weiterhin erkennbar hinter der des Bundes und der Kommunen zurck:

2010201120122013201420152016201720182019
TVöD1,2%1,1%3,5%2,8%3,0%2,4%2,4%2,35%3,19%3,09%
TV-L1,2%1,5%2,6%2,65%2,95%2,1%2,3%2,0%2,35%?
kursiv: keine lineare Entgelterhöhung. Durchschnittswert geschätzt

Noch deutlicher wird der Unterschied, wenn man die Entgelterhhungen des ffentlichen Dienstes beispielsweise mit denjenigen der Metallindustrie vergleicht:

[weitere Statistiken zur tariflichen Entgeltentwicklung]

19.01.2019
Im Vorfeld der ersten Verhandlungsrunde am Montag (21.01.) bringen sich Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite - wie bei Tarifverhandlungen blich - in Stellung: Erstere bekrftigen ihre Forderungen, letztere bezeichnen diese als nicht finanzierbar.

24.12.2018
Die folgende Tabelle zeigt die Forderungen von ver.di hinsichtlich Entgelt in den jeweiligen Tarifrunden verglichen mit dem spteren Tarifergebnis. Als Laufzeit wurden stets 12 Monate gefordert. Daher wird hier jeweils das Ergebnis fr das erste Jahr der Tarifrunde dargestellt.

Vergleich der gewerkschaftlichen
Tarifforderungen
mit dem spteren Ergebnis
JahrTarifForderungErgebnisRSSt
2018TVD+6% +2,9%3
/
/
2017TV-L+6%+2,0%3
/
/
2016TVD+6%+2,4%3
/
/
2015TV-L+5,5% +2,1%4
/
/
2014TVD+100 € +3,5%+3,0% 3
/
/
2013TV-L+6,5%+2,65%3
/
/
2012TVD+6,5% +3,5%3
/
/
2011TV-L+50 € +3%+1,5%3
/
/
2010TVD+5%+1,2%3
S
/
Da seitens der Gewerkschaften Tarifforderungen jeweils
nur fr 1 Laufzeitjahr gestellt wurden, wird hier nur genau
dieses Jahr dargestellt
    R: Verhandlungsrunden
S: Schlichtung
St: Streik

20.12.2018
Die Gewerkschaften geben die Forderungen zur Tarifrunde bekannt:
  • 6% lineare Entgelterhhung mit einem Mindesterhhungsbetrag von 200 €
  • 12 Monate Laufzeit
  • Pflegetabelle: +300 €
  • Auszubildende: +100 €
  • "Angemessene und zukunftsfhige Entgeltordnung TV-L"
  • Stufengleiche Hhergruppierung
  • bernahme der Auszubildenden nach erfolgreicher Ausbildung
  • Anhebung des Urlaubsanspruchs fr Auszubildende auf 30 Tage
  • Verhandlung ber die Einfhrung einer Paralleltabelle fr Lehrkrfte
  • Abschaffung von sachgrundlosen Befristungen

Die Verhandlungen werden auf Gewerkschaftsseite von Frank Bsirske, Vorsitzender der Gewerkschaft "ver.di" gefhrt. Weitere teilnehmende Gewerkschaften sind IG Bau, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Gewerkschaft der Polizei sowie in einer Verhandlungsgemeinschaft der Deutsche Beamtenbund "dbb beamtenbund und tarifunion".

01.12.2018
Die "Tarifgemeinschaft deutscher Lnder" bestimmt den Berliner Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) zum Vorsitzenden des Vorstands und damit zum Verhandlungsfhrer der Arbeitgeberseite.

12.11.2018
Die Gewerkschaft ver.di verffentlicht im Vorfeld zur Festlegung ihrer Forderungen zur Tarifrunde Vorschlge fr eine Diskussion unter ihren Mitgliedern. Fr diese Diskussion empfiehlt ver.di unter anderem die folgenden Schwerpunkte:
  • mindestens 6% Entgelterhhung
  • 12 Monate Laufzeit
  • Entgeltordnung verbessern und in Kraft setzen
  • 30 Urlaubstag auch fr Auszubildende
Die Forderungen zur Tarifrunde TV-L 2019 sollen am 20.12.2018 von der Bundestarifkommission von ver.di sowie den anderen beteiligten Gewerkschaften beschlossen und verkndet werden.

04.10.2018
Die Gewerkschaft ver.di beschliet wie erwartet die Kndigung der Entgelttabellen zum TV-L zum Ende der im Rahmen der Tarifrunde TV-L 2017 vereinbarten Mindestlaufzeit zum 31.12.2018.

Links zur Tarifrunde TV-L 2019