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Tarifrunde 2014 TVD

Pressemitteilung vom 11.03.2014

Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbnde (VKA)

(Auszug)
Kurzbewertung der Forderungen

Die Gewerkschaften haben am 11. Februar 2014 ihre Forderungen verffentlicht. Das Paket umfasst neben den Entgeltforderungen auch Forderungen zu den Auszubildenden, zum Urlaubsanspruch sowie Sonderforderungen fr den Nahverkehr und die Krankenhuser.
Allein die Entgeltforderung hat fr die kommunalen Arbeitgeber ein Kostenvolumen von rund sechs Milliarden Euro pro Jahr (ohne Auszubildende, ohne Sonderforderung Nahverkehr).

Entgelt: "100 Euro Sockelbetrag plus 3,5 Prozent"
Durch die Forderung nach einem "Sockelbetrag von 100 Euro" ergeben sich unterschiedlich hohe prozentuale Forderungen - je nach Entgeltgruppe und Stufe. Im Durchschnitt bedeutet die Forderung eine Steigerung von 7,1 Prozent.
Die Entgeltforderung fr den ffentlichen Dienst ist hher als die Forderungen, die die selben Gewerkschaften derzeit in Tarifverhandlungen in anderen Bereichen stellen. Ein Sockelbetrag benachteiligt Beschftigte in den mittleren und oberen Entgeltgruppen und gefhrdet Arbeitspltze in den unteren Entgeltgruppen.

Auszubildende: 100 Euro plus bernahmegarantie
Das Ausbildungsentgelt und das Entgelt der Praktikanten sollen um einen Festbetrag von 100 Euro erhht werden. Das wren durchschnittliche Steigerungen um 10,8 Prozent. Hinzu kommt die Forderung, den Urlaubsanspruch fr Auszubildende um drei Tage zu erhhen. Zudem soll die unbefristete bernahme aller Auszubildenden tarifvertraglich geregelt werden.
Bislang bilden die Kommunen und die kommunalen Unternehmen ber ihren eigenen Bedarf aus. Werden die Arbeitgeber zur bernahme aller Auszubildenden verpflichtet, kann nicht mehr ber Bedarf ausgebildet werden.

Urlaubsanspruch: Erneute Neuregelung
Der Urlaubsanspruch soll, nachdem er in der letzten Tarifrunde erst neu geregelt wurde, abermals gendert werden. Knftig soll der Anspruch 30 Urlaubstage fr alle Beschftigten und alle Auszubildenden betragen. Seit 2013 haben Beschftigte nach dem TVD einen Urlaubsanspruch von 29 Tage bzw. 30 Tage ab dem vollendeten 55. Lebensjahr. Auszubildende haben einen Urlaubsanspruch von 27 Tagen und Auszubildende in der Pflege zustzlich im zweiten und dritten Ausbildungsjahr im Schichtdienst jeweils einen Tag Zusatzurlaub.
Die erneute Erhhung des Urlaubsanspruchs wre mit jhrlichen Mehrkosten von rund 138 Millionen Euro verbunden.

Nahverkehr: Sonderforderung nach 70-Euro-Zulage
Die Beschftigten im Nahverkehr sollen zustzlich zu dem 100 Euro-Sockelbetrag und der 3,5-Prozent-Steigerung eine "Nahverkehrszulage" von 70 Euro monatlich erhalten. Die Nahverkehrstarifvertrge (TV-N) werden auf Landesebene geschlossen und sind deshalb kein unmittelbarer Verhandlungsgegenstand der Tarifrunde. In sechs Bundeslndern besteht eine Ankopplung der Entgeltentwicklung des dortigen TV-N an den TVD (Baden-Wrttemberg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen).
Ein Abschluss fr den Nahverkehr, der ber dem Abschluss fr den Trger (die Kommunen) liegt, ist nicht vertretbar. Fr berproportionale Anstiege der Lohnkosten haben die Nahverkehrsbetriebe keine finanziellen Ressourcen.
Fr die Sonderforderung im Bereich des Nahverkehrs gibt es weder einen Grund noch haben die Nahverkehrsbetriebe finanzielle Ressourcen fr zustzliche Erhhungen.
Weitere Forderungen:
  • Hherer Nachtzuschlag in Krankenhusern
  • Sachgrundlose Befristungen tarifvertraglich ausschlieen
  • Entgeltordnung (Pauschalzahlung und Verlngerung des bergangsrechts)
  • Verhandlungen zu leistungsgeminderten Beschftigten und der bergangsversorgung der Feuerwehr

Die Folgen eines Sockelbetrages

Die Gewerkschaften fordern einen "Grundbetrag von 100 Euro". Damit soll eine berproportionale Entgeltsteigerung in den unteren Entgeltgruppen erreicht werden.

Die Tarifsteigerungen sind bei einem Sockelbetrag unterschiedlich hoch: "100 Euro und 3,5 Prozent" sind in der EG 1 bis zu 10,2 Prozent mehr, in der EG 15 sind es 5,27 Prozent.

Die unteren Entgeltgruppen verteuern sich berproportional stark. Das sind jene Bereiche, die im direkten Wettbewerb mit privaten Mitbewerbern stehen. Hier entsteht weiterer Kosten- und Privatisierungsdruck auf die ffentlichen Arbeitspltze. Werden die unteren Lohngruppen weiter verteuert, frdert das die Abwanderung der Arbeitspltze aus dem ffentlichen Tarif.

In den oberen Entgeltgruppen (Akademiker, Ingenieure, Juristen, IT-Fachkrfte) ist die geforderte Erhhung unterdurchschnittlich. Hier sinkt gleichzeitig die Konkurrenzfhigkeit des ffentlichen Dienstes gegenber der Privatwirtschaft.

  • Wenn die Entgelte in den unteren und mittleren Gehaltsgruppen berproportional angehoben werden, steigt der Druck auf die Kommunen zu Privatisierungen, Outsourcing und Fremdvergabe.
  • Ein Sockelbetrag fhrt letztlich zum Abbau von ffentlichen Arbeitspltzen.
  • Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden. berproportionale Steigerungen in den unteren Entgelt- gruppen verknappen das Volumen fr die restlichen Entgeltgruppen.

Quelle: Pressemappe zur Tarifrunde 2014 der VKA