Russ: Arbeitgebern fehlt jeder Wille zum Durchbruch
Nachdem auch die zweite Runde der Tarifverhandlungen fr die Beschftigten des ffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen am 12. April 2016 in Potsdam ergebnislos geblieben ist, zeigt sich der dbb-Verhandlungsfhrer Willi Russ von der Strategie der Arbeitgeber verrgert: "Das vorgelegte "Angebot" ist vllig unbrauchbar. Den Arbeitgebern fehlt jeder Wille zum Durchbruch. Wir knnen hier in Potsdam stundenlang die kleinen Schrauben drehen, aber solange die Arbeitgeber denken, bei niedriger Inflation drften wir eigentlich keine Einkommensforderung stellen, kommen wir einem Abschluss keinen Millimeter nher."
In einigen strukturellen Fragen, etwa bei der Eingruppierung, htten die Tarifparteien zwar Annherungen erreicht, erklrte Russ, "aber bei entscheidenden Themen, wie dem Einkommen oder der unbefristeten bernahme der Auszubildenden mauern die Arbeitgeber weiter."
Die dbb-Verhandlungskommission hat entschieden, die bundesweiten Warnstreiks vor der dritten und entscheidenden Verhandlungsrunde auszuweiten. "Die Kolleginnen und Kollegen erwarten zu Recht Respekt und Wertschtzung fr ihre Arbeit und keine "Scheinangebote". In den Betrieben und mtern vor Ort werden wir den Druck in den nchsten Tagen also deutlich erhhen, damit wir in der dritten Runde Ende April noch den Durchbruch schaffen", so Russ weiter.
Hintergrund:
Vom Tarifvertrag fr den ffentlichen Dienst von Bund und Kommunen (TVD) sind insgesamt knapp zwei Millionen Beschftigte betroffen: 147.335 Arbeitnehmer des Bundes, 1.241.845 Arbeitnehmer der Kommunen, fr die der TVD direkte Auswirkungen hat, sowie 179.595 Beamte und 179.000 Versorgungsempfnger des Bundes, auf die der Tarifabschluss bertragen werden soll, um den Gleichklang der wirtschaftlichen und finanziellen Entwicklung im ffentlichen Dienst zu gewhrleisten. Die wirkungsgleiche bertragung betrifft nur die Bundesbeamten, da die Kommunalbeamten nach den jeweiligen Landesgesetzen besoldet/versorgt werden.