ffentlicher Dienst: Arbeitgeberangebot programmiert Reallohnverlust - Bsirske kndigt eine Ausweitung der Warnstreiks an
12.04.2016
Die zweite Tarifverhandlungsrunde fr die 2,14 Millionen Tarifbeschftigten des ffentlichen Dienstes des Bundes und der Kommunen in Potsdam ist am Dienstagnachmittag (12.04.) zu Ende gegangen.
Ein erstes Angebot der Arbeitgeberseite nannte der Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Frank Bsirske, "dreist und provokativ". Das Angebot bedeute jahresbezogen fr 2016 ganze 0,6 Prozent und fr das nchste Jahr nur 1,2 Prozent. "Die ffentlichen Arbeitgeber setzen trotz beispiellos guter Kassenlage mit einem berschuss der ffentlichen Haushalte von fast 30 Milliarden Euro auf Reallohnverluste fr die Beschftigten. Das ist eine Provokation", erklrte Bsirske. Man werde "dieses sogenannte Angebot" in der Mitgliedschaft diskutieren. "Ich bin sicher, dass die Antwort eine Ausweitung der Warnstreiks sein wird", sagte der Gewerkschafter. Das Arbeitgeberangebot habe weder etwas mit Wertschtzung noch mit einer Teilhabe der Beschftigten an der guten konjunkturellen Entwicklung zu tun.
Den Angriff auf das Leistungsrecht der betrieblichen Altersversorgung htten die Arbeitgeber zurck genommen. "Gleichzeitig wollen sie aber einseitig die Beschftigten zur Kasse bitten", erklrte der Gewerkschaftsvorsitzende. Das komme fr die Gewerkschaftsseite nicht in Frage. "Hier wird den Menschen zugemutet, einseitig Gelder in Versorgungskassen der Kommunen zu investieren, whrend auf der anderen Seite das Niveau ihrer gesetzlichen Rentenversicherung sinkt", so Bsirske.
Einzig in der Frage einer neuen Entgeltordnung fr die Beschftigten waren sich die Tarifvertragsparteien in Potsdam in den zweitgigen Verhandlungen einen groen Schritt nher gekommen.
Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Geld und eine Anhebung der Ausbildungsvergtung um 100 Euro pro Monat. Zudem will ver.di den Missbrauch der sachgrundlosen Befristung von Arbeitsvertrgen abschaffen. "Wir wollen den privaten Konsum strken und einen attraktiven sowie konkurrenzfhigen ffentlichen Dienst", sagte Bsirske. Die Gewerkschaft treibe die Sorge um notwendigen Nachwuchs in vielen Berufszweigen um. Zukunftstrchtig sei deshalb die unbefristete bernahme der Auszubildenden nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung.
Die nchste Verhandlungsrunde wurde fr den 28. und 29. April 2016 in Potsdam vereinbart.