Tarifverhandlungen im ffentlichen Dienst: Arbeitgeber blockieren Verhandlungen - Bsirske kndigt eine Ausweitung der Warnstreiks an
13.03.2018
Nachdem auch die zweite Tarifverhandlungsrunde fr die rund 2,3 Millionen Tarifbeschftigten des ffentlichen Dienstes des Bundes und der Kommunen ergebnislos geblieben ist, hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) eine Ausweitung der Warnstreiks noch vor Ostern angekndigt. Nach dem Ende der Verhandlungen in Potsdam sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske: "Wir liegen in den zentralen Punkten fundamental auseinander, sowohl bei der Hhe als auch bei der Struktur der Forderungen!"
Die Arbeitgeberseite hatte auch in dieser Runde erneut kein Angebot vorgelegt. Bsirske warf den Arbeitgebern eine systematische Hinhaltetaktik vor: "Diese Blockadehaltung trgt in keinster Weise zur Lsung bei. Die Antwort wird jetzt aus den Betrieben kommen." Mit bundesweiten Warnstreiks wrden die Beschftigten dafr sorgen "dass die Arbeitgeber in der dritten Runde auf einen konstruktiven Weg hin zu einem Abschluss zurckkehren", sagte Bsirske.
Angesichts der zu erwartenden milliardenhohen Steuereinnahmen auch in 2018 und darber hinaus gelte es, die Beschftigten an den ffentlichen Einnahmen zu beteiligen. "Sie drfen nicht weiter hinter die anderen Berufsgruppen zurck fallen", so Bsirske. "Die Steuereinnahmen in Bund und den Kommunen sprudeln wie nie zuvor, die Wirtschaft ist in Festtagsstimmung, die Aktionre reiben sich die Hnde. Wann, wenn nicht jetzt mssen auch die Beschftigten des ffentlichen Dienstes an der positiven Entwicklung beteiligt werden", sagte der Spitzengewerkschafter.
ver.di fordert fr die Beschftigten sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Gleichzeitig sollen die Ausbildungsvergtungen und Praktikantenentgelte um 100 Euro pro Monat angehoben werden. Die Vorschrift, Auszubildende nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung zu bernehmen, will ver.di wieder in Kraft setzen. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll 12 Monate betragen. Der Bund wird aufgefordert, das Verhandlungsergebnis zeit- und wirkungsgleich auf die 344.000 Beamtinnen und Beamten, Richterinnen und Richter, Soldatinnen und Soldaten sowie 182.000 Versorgungsempfngerinnen und -empfnger zu bertragen.
Die nchste Verhandlungsrunde wurde fr den 15. und 16. April 2018 in Potsdam vereinbart.