Kommunale Arbeitgeber knnen Forderungen der Gewerkschaften unmglich erfllen
Berlin. Die Arbeitgeber weisen darauf hin, dass die heute von den Gewerkschaften geforderten hohen Tarifsteigerungen fr die Beschftigten im ffentlichen Dienst nicht zu erfllen sind und auf einer falschen Idee von den Mglichkeiten der kommunalen Betriebe beruhen.
"Die Forderungen wrden fr die kommunalen Arbeitgeber ein Kostenvolumen von ber 6,5 Milliarden Euro pro Jahr bedeuten. Durch die geforderte soziale Komponente von mindestens 200 Euro wren wir in den unteren Entgeltgruppen (bis EG 4) bei einer Steigerung von rund 9 Prozent. Die hchste Steigerungsrate lge hier sogar bei 11,42 Prozent. Dies passt nicht zur Realitt in den Kommunen und kommunalen Betrieben. Die Kommunen sind mit 141 Mrd. Euro verschuldet. Auerdem herrscht ein Investitionsrckstand von rund 126 Mrd. Euro. Wir knnen nur Lsungen anbieten, die sich alle Kommunen leisten knnen und mssen die wachsende Kluft zwischen rmeren und reicheren Kommunen bercksichtigen", so VKA-Prsident Dr. Thomas Bhle.
"Der in jeder Tarifrunde behauptete Nachholbedarf und die Forderung nach einer sogenannten sozialen Komponente gehen an der Wirklichkeit vorbei. Die Tarifentgelte im ffentlichen Dienst sind von 2008 bis 2017 um 30 Prozent gestiegen, die Entgelte in der Gesamtwirtschaft nur um 25 Prozent. Und gerade die unteren Entgeltgruppen genieen gegenber der Privatwirtschaft deutliche Vorteile", fhrt Bhle weiter aus.
Die kommunalen Arbeitgeber machen stattdessen auf ein viel wichtigeres Ziel aufmerksam: Ihnen geht es darum, den gut funktionierenden ffentlichen Dienst im Sinne aller Menschen zu strken und den Flchentarifvertrag zu sichern. "Wir mssen dafr sorgen, dass wir in den unteren Einkommensgruppen - die bereits auf sehr hohem Niveau liegen - noch konkurrenzfhig gegenber privaten Anbietern bleiben. Bei weiterer Verteuerung besteht die Gefahr, dass bestimmte Berufsgruppen ganz aus dem ffentlichen Dienst verschwinden", so VKA Hauptgeschftsfhrer Klaus-Dieter Klapproth, "und wir mssen endlich verstrkt an die Beschftigten in den oberen Entgeltgruppen denken: Fachkrfte, die wir im Zeitalter der Digitalisierung dringend bentigen und die vielen Kommunen fehlen. Deshalb wollen und mssen wir gemeinsam mit den Gewerkschaften nach einem Konsens suchen, der der Realitt in den Betrieben und am Markt entspricht".
Die Tarifverhandlungen fr den ffentlichen Dienst von Kommunen und Bund beginnen am 26. Februar 2018 in Potsdam. Weitere Verhandlungstermine sind der 12./13. Mrz sowie der 15./16. April 2018.