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Tarifrunde 2020 TVD

Pressemitteilung des Beamtenbundes dbb vom 25.08.2020

ffentlicher Dienst fordert 4,8 Prozent - "Nicht trotz, sondern wegen Corona"

Der dbb Chef Ulrich Silberbach erwartet schwierige Tarifverhandlungen fr den ffentlichen Dienst von Bund und Kommunen. Die Forderung nach 4,8 Prozent, mindestens 150 Euro mehr Einkommen sei angesichts der Umstnde "bescheiden".

"Das werden ungewhnlich schwere Verhandlungen", sagte der dbb Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach am 25. August 2020 bei der Vorstellung der gewerkschaftlichen Forderung fr die am 1. September beginnende diesjhrige Einkommensrunde. "Unsere Forderung nach einem Plus von 4,8 Prozent, mindestens 150 Euro ist geradezu bescheiden, denn ohne die Kolleginnen und Kollegen htten wir die Corona-Krise bis zu heutigen Tag niemals so gut gemeistert. Diese Forderungen erheben wir also nicht trotz, sondern wegen Corona. Der ffentliche Dienst ist systemrelevant und die Beschftigten haben mehr verdient als warme Worte. Auf jeden Fall mehr als den von den Kommunen angebotenen Inflationsausgleich. Im Juli lag die Inflationsrate beispielsweise bei minus 0,1 Prozent. Heit das, die Beschftigten sollen jetzt sogar noch Geld mitbringen?"

Auch die geforderte Angleichung der Arbeitszeit in Ost und West sei mehr als berfllig, ergnzte dbb Fachvorstand Tarifpolitik Volker Geyer: "Im Herbst feiern wir den 30. Jahrestag der Deutschen Einheit. Statt noch mehr Sonntagsreden wollen wir dort ein klares Signal fr mehr Gerechtigkeit und dass die Unterschiede bei der Arbeitszeit endlich aufgehoben werden." Gerade jetzt seien zudem auch bessere Arbeitsbedingungen und Bezahlung in der Pflege mehr als angebracht. "Der Bereich muss viel attraktiver werden. Die Krise ist noch lngst nicht rum und wer jetzt am falschen Ende spart, hat den Schuss nicht gehrt."

"Und natrlich", so Silberbach abschlieend "werden wir am Ende auf einer zeitgleichen und systemgerechten bertragung der Tarifeinigung auf den Bereich der Bundesbeamten bestehen. Auch hier erwarten wir klare Zusagen."

Die Kernforderungen:

  • Erhhung der Tabellenentgelte um 4,8 Prozent, mindestens 150 Euro (Laufzeit 12 Monate)
  • Erhhung der Ausbildungs- und Praktikantenentgelte um 100 Euro
  • Angleichung der Arbeitszeit Ost an West
  • Verbesserung der Arbeits- und Entgeltbedingungen im Pflegebereich
  • Verlngerung und Verbesserung der Regelungen zur Gewhrung von Altersteilzeit

Jenseits der tariflichen Forderungen erwartet der dbb vom Bund, "dass die 41-Stunden-Marke endlich fllt", so Friedhelm Schfer, Fachvorstand Beamtenpolitik im dbb. "41 Stunden sind ungerecht. Sie waren es von Anfang an. Aber mit jedem Jahr, mit dem aus einer Notlsung eine fr den Bund billige Lsung auf Kosten der Bundesbeamtinnen und Bundesbeamten wurde, hat sich das Unrecht vergrert - und in der Folge die Unzufriedenheit unserer Kolleginnen und Kollegen." Im Herbst 2004 wurde die Arbeitszeit der Bundesbeamten von 38,5 zunchst auf 40 und im Frhjahr 2006 auf 41 Wochenstunden erhht. Eigentlich htte das Ganze 2014 enden sollen. "Sptestens ab 2015 hat der Bund bei seinen Beschftigten ein Glaubwrdigkeitsproblem. Das sollten wir jetzt lsen", fordert Schfer.