Tarifeinigung mit Bund und Kommunen
Corona-Kompromiss im ffentlichen Dienst
"Das ist der Corona-Kompromiss. Wir haben mit diesem Abschluss das aktuell Machbare erreicht", bilanzierte der dbb Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach am 25. Oktober 2020 in Potsdam die Tarifeinigung mit den Arbeitgebern von Bund und Kommunen.
"Die Arbeitgeber haben den Handlungsbedarf im Krankenhaus- und Pflegebereich anerkannt und vor allem durch die Einfhrung der Pflegezulage, die Erhhung von Intensiv- und Wechselschichtzulagen sowie des Samstagszuschlags endlich wichtige erste Schritte hin zu einer wertschtzenden und auf dem Arbeitsmarkt konkurrenzfhigen Bezahlung gemacht", so Silberbach.
Bei anderen Leistungstrgern des ffentlichen Dienstes, etwa in Ordnungsmtern, Jobcentern oder der allgemeinen Verwaltung war diesmal nicht mehr durchzusetzen, erklrte der dbb Chef. "Darum war besonders wichtig, die von den Arbeitgebern geforderte dreijhrige Laufzeit zu verhindern. Mittelfristig mssen wir fr den ganzen ffentlichen Dienst die Konkurrenzfhigkeit auf dem Arbeitsmarkt und die Mitarbeitermotivation verbessern. Diese beiden Themen werden in der nchsten Runde Anfang 2023 - wenn die Corona-Krise hoffentlich lngst Geschichte ist - eine zentrale Rolle spielen."
Auf zwei aus Gewerkschaftssicht wichtige Erfolge dieses Abschlusses wies Volker Geyer, dbb Fachvorstand Tarifpolitik, vor der dbb Bundestarifkommission hin: "Wir haben die schrittweise Arbeitszeitangleichung Ost an West ab 2022 durchsetzen knnen und beim Thema 'Arbeitsvorgang' Verschlechterungen bei der Eingruppierung verhindert. Das sind zwei wesentliche strukturelle Erfolge fr uns."
"Wir gehen davon aus," so dbb Chef Silberbach abschlieend, "dass dieser Tarifabschluss wie in den vorhergehenden Runden zeitgleich und systemgerecht auf die Beamtinnen und Beamten, Versorgungsempfngerinnen und Versorgungsempfnger des Bundes bertragen wird."
Die wesentlichen Bestandteile der Tarifeinigung
- Lineare Erhhung ab 1.4.2021 um 1,4% (mind. 50€, Azubis 25€) und ab 1.4.2022 um 1,8% (Azubis 25€), Laufzeit 28 Monate
- Erhhung der Jahressonderzahlung um 5% (fr E1-8)
- Eine einmalige Corona-Sonderzahlung (E1-8 600€, E9-12 400€, E13-15 300€, Azubis VKA 225€, Azubis Bund 200€)
- Eine monatliche Pflegezulage fr alle Beschftigten der P-Tabelle (1.3.2021 70€, 1.3.2022 nochmal 50€, insgesamt 120€)
- Absenkung der Arbeitszeit Ost auf das West-Niveau in zwei Schritten von 40 Stunden auf 39,5 (Januar 2022) und 39 Stunden (Januar 2023)