Tarifrunde ffentlicher Dienst: Arbeitgeber legen attraktives Angebot vor
Entgelterhhung um 3,5 Prozent/300 Euro "Corona-Prmie"/umfangreiche Verbesserungen fr alle Beschftigtengruppen, insbesondere fr die Pflege/Laufzeit bis Ende August 2023
Berlin. Im Rahmen der Tarifrunde fr die mehr als 2,3 Millionen Beschftigten im ffentlichen Dienst bei Kommunen und Bund hat die Arbeitgeberseite, vertreten durch die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbnde (VKA) und das Bundesinnenministerium, den Gewerkschaften ver.di und dbb beamtenbund und tarifunion im Vorfeld der dritten Verhandlungsrunde am 22. und 23. Oktober 2020 ein Angebot unterbreitet. Dieses sieht eine Laufzeit von 36 Monaten vor. Es wird eine Erhhung der Entgelte in drei Schritten angeboten, und zwar zum 1. Mrz 2021 um 1,0 Prozent, zum 1. Mrz 2022 um weitere 1,0 Prozent und zum 1. Mrz 2023 um weitere 1,5 Prozent. Der erste Erhhungsschritt wird mit einem Mindestbetrag von 30 Euro verbunden.
Dazu VKA-Prsident und Verhandlungsfhrer Ulrich Mdge: "Mit unserem Angebot an die Gewerkschaften zeigen wir mehr als deutlich, dass die Beschftigten im ffentlichen Dienst im Bereich der Daseinsvorsorge wertvolle und unverzichtbare Arbeit fr die Gesellschaft leisten. Wir haben ein umfassendes und attraktives Paket entwickelt. Dieses enthlt neben der Entgelterhhung erhebliche Verbesserungen insbesondere fr die Beschftigten in Krankenhusern, Pflegeeinrichtungen und im ffentlichen Gesundheitsdienst. Zugleich bercksichtigt es die besonderen Situationen in den einzelnen Sparten der kommunalen Arbeitgeber. Das Angebot kostet uns insgesamt 4,8 Milliarden Euro, und das mitten in der schlimmsten Rezession seit Grndung der Bundesrepublik. Nun ist es an den Gewerkschaften, kompromissbereit zu sein und dieses umfassende Angebot anzunehmen."
Eckpunkte des Angebots:
- Laufzeit: 1. September 2020 bis 31. August 2023
- Lineare Erhhung:
- ab dem 1. Mrz 2021 um 1,0 Przent, mindestens aber 30 Euro,
- ab dem 1. Mrz 2022 um weitere 1,0 Przent und
- ab dem 1. Mrz 2023 um weitere 1,5 Przent.
- Corona-Sonderzahlung fr alle Beschftigten zur Abmilderung der Belastung durch die Corona-Krise, die zustzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitsentgelt gewhrt wird, in Hhe von 300 Euro.
- Verringerung der regelmigen Arbeitszeit im Tarifgebiet Ost in zwei Schritten (2023 und 2024) auf 39 Stunden wchentlich.
Darber hinaus erhalten die Beschftigten im Bereich der Krankenhuser sowie der Pflege- und Betreuungseinrichtungen eine neu geschaffene monatliche Zulage von 50 Euro, die Pflegezulage. Die Zulage fr den regelmigen Einsatz in Wechselschichten wird von 105 Euro auf 155 Euro erhht. Schlielich wird die Intensivzulage von 46,02 Euro auf 96 Euro angehoben und damit mehr als verdoppelt. Fr Beschftigte in der Intensivpflege, die alle drei Zulagen erhalten, ergibt sich allein daraus eine Entgelterhhung um monatlich 150 Euro. Zusammen mit der Erhhung der Entgelte fhrt das zu einem Gehaltsplus von bis zu 8,5 Prozent.
Alle Beschftigten in den Gesundheitsmtern erhalten fr ihren besonderen Einsatz in der Corona-Pandemie in den nchsten zwei Jahren Sonderzahlungen von insgesamt maximal 1.200 Euro. Die Fachrztinnen und Fachrzte im ffentlichen Gesundheitsdienst erhalten zustzlich eine monatliche Zulage von 150 Euro.
Zudem wird mit der Mglichkeit zur Entgeltumwandlung fr Fahrrder und eBikes das Tarifrecht modernisiert. Ebenso schaffen die kommunalen Arbeitgeber die Mglichkeit, Mittel fr Manahmen zur Verbesserung der Arbeitsplatzattraktivitt, der Gesundheitsfrderung und der Nachhaltigkeit zu verwenden.
VKA-Prsident Ulrich Mdge: "Das Angebot ist mehr als nur fair, gerade vor dem Hintergrund der ber Jahre eingebrochenen Finanzen der Kommunen. Damit wollen wir auch die Beschftigung im ffentlichen Dienst attraktiver machen. Wir erwarten, dass wir auf der Basis dieses Angebots in der nchsten Verhandlungsrunde eine schnelle Einigung erzielen werden."