Tarifeinigung fr den ffentlichen Dienst: Ausgewogenes Gesamtpaket im Interesse der Kommunen und Beschftigten
Berlin/Potsdam. Nach intensiven Verhandlungen haben sich die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbnde (VKA), der Bund und die Gewerkschaften ver.di und dbb beamtenbund und tarifunion auf einen Tarifabschluss fr die rund 2,6 Millionen Beschftigten im ffentlichen Dienst geeinigt. Die Einigung in den Mittagsstunden des 6. April 2025 in Potsdam im Rahmen der 4. Verhandlungsrunde, die im Anschluss an das Schlichtungsverfahren stattfand.
Der Tarifabschluss sieht im Kern folgende Regelungen vor:
- Eine lineare Entgelterhhung von 3,0 Prozent, mindestens jedoch 110 Euro monatlich, ab dem 1. April 2025
- Eine weitere Entgelterhhung von 2,8 Prozent ab dem 1. Mai 2026
- Eine Erhhung der Jahressonderzahlung auf einheitlich 85 Prozent ab dem Kalenderjahr 2026
- Die Mglichkeit, Teile der Jahressonderzahlung in bis zu drei freie Tage umzuwandeln
- Die Mglichkeit, auf beidseitig freiwilliger Basis die wchentliche Arbeitszeit befristet auf bis zu 42 Stunden zu erhhen
- Einen zustzlichen Urlaubstag ab dem Kalenderjahr 2027
- Erhhte Zulagen fr Wechselschicht- und Schichtarbeit ab dem 1. Juli 2025
Die Ausbildungs- und Studienentgelte steigen ab dem 1. April 2025 um 75 Euro monatlich und ab dem 1. Mai 2026 um weitere 75 Euro monatlich. Zudem wird eine Regelung zur unbefristeten bernahme von Auszubildenden und Studierenden eingefhrt.
"Mit dieser Einigung ist es gelungen, einen nachhaltigen Kompromiss zu finden, der sowohl den Interessen der kommunalen Arbeitgeber als auch der Beschftigten gerecht wird", erklrt Karin Welge, Prsidentin und Verhandlungsfhrerin der VKA. "Angesichts der finanziellen Herausforderungen der Kommunen haben wir ein Gesamtpaket geschnrt, das die Handlungsfhigkeit der kommunalen Arbeitgeber sichert und gleichzeitig attraktive Arbeitsbedingungen fr unsere Beschftigten schafft."
Die VKA betont, dass mit dieser Einigung auch wichtige Zukunftsthemen adressiert werden. So werden ab 2026 Regelungen zur freiwilligen Erhhung der Arbeitszeit eingefhrt, die sowohl den Interessen der Beschftigten als auch dem steigenden Personalbedarf im ffentlichen Dienst Rechnung tragen. "Gerade in Zeiten des Fachkrftemangels bieten wir mit diesen flexiblen Arbeitszeitmodellen attraktive Optionen fr unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", betont Welge.
Besonders im Fokus standen bei den Verhandlungen auch die Bedrfnisse einzelner Branchen innerhalb der kommunalen Familie. Fr den Bereich der kommunalen Versorgungsbetriebe wurde unter anderem eine umfassende Reform der Vergtungstabelle vereinbart. Auch fr die Beschftigten im Rettungsdienst konnten Verbesserungen erreicht werden, darunter die Mglichkeit fr 24-Stunden-Schichten unter bestimmten Bedingungen. Hinzu kommt, dass gerade in den besonders durch Schichtdienste belasteten Bereichen viele Verbesserungen geschaffen wurden, wie beispielsweise die Erhhung der Wechselschichtzulage von 100 auf 250 Euro im Bereich der Krankenhuser.
Die vereinbarte Laufzeit betrgt 27 Monate und endet am 31. Mrz 2027 und schafft damit Planungssicherheit, Verlsslichkeit und Verbindlichkeit in der kommunalen Welt.
"Mit diesem ausgewogenen Gesamtpaket stellen wir sicher, dass der ffentliche Dienst auch in Zukunft ein attraktiver Arbeitgeber bleibt und gleichzeitig die dringend notwendigen kommunalen Zukunftsinvestitionen nicht gefhrdet werden", so Welge abschlieend. "Diese Einigung ist ein wichtiges Signal fr unser gemeinsames Ziel: eine funktionierende kommunale Daseinsvorsorge mit fairen Arbeitsbedingungen - und das ist in schwierigen politischen Zeiten durchaus auch ein Beitrag zur Sicherung der Demokratie."