Tarifergebnis im ffentlichen Dienst der Lnder: Deutliche Reallohnerhhungen plus strukturelle Verbesserungen
17.02.2017
In der Tarif- und Besoldungsrunde fr die Beschftigten der Bundeslnder (ohne Hessen) haben sich Gewerkschaften und Arbeitgeber auf ein umfassendes Gesamtpaket aus prozentualen Anhebungen und strukturellen Verbesserungen verstndigt. "Wir haben ein Ergebnis mit deutlichen Reallohnsteigerungen erzielt", sagte Frank Bsirske, Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) am Freitagabend in Potsdam. Bsirske hob zugleich hervor, dass es gelungen sei, die Bezahlungen im Sozial- und Erziehungsdienst zu verbessern und Akzente zugunsten der Auszubildenden und jngeren Beschftigten zu setzen: Bsirske: "Insgesamt ist das ein positives Ergebnis."
Im Einzelnen sieht die Einigung eine tabellenwirksame Anhebung der Gehlter um 2,0 Prozent rckwirkend zum 1. Januar 2017 beziehungsweise um 75 Euro Mindestbetrag als soziale Komponente vor. Ein weiterer Anhebungsschritt um 2,35 Prozent erfolgt zum 1. Januar 2018. Die Einfhrung der Stufe 6 fr die Entgeltgruppen 9 bis 15 erfolgt in zwei Teilschritten: zum 1. Januar 2018 sowie zum 1. Oktober 2018. "Damit setzen wir Akzente in den oberen Entgeltgruppen, die mit einer sozialen Komponente in den mittleren und unteren Entgeltgruppen ausbalanciert wird", erluterte Bsirske.
Zudem wurde eine Prozessvereinbarung ber die Aushandlung einer neuen Entgeltordnung verabredet, von der knftig insbesondere die Beschftigten im Sozial- und Erziehungsdienst und dem Pflegebereich profitieren sollen. Bis zu einer Einigung, die in der Tarifrunde 2019 angestrebt wird, erhalten Sozialarbeiter je nach Eingruppierung 50 bis 100 Euro mehr pro Monat, Erzieherinnen und Kita-Leitungen 80 Euro.
Darber hinaus erhalten die Auszubildenden eine in zwei Schritten von jeweils 35 Euro erhhte Vergtung sowie knftig 29 Tage Urlaub im Jahr. Keine abschlieende Einigung wurde in der Frage der Einbeziehung der schulischen Ausbildungsgnge in den Geltungsbereich der Azubi-Tarifvertrge erzielt. Hier wollen sich die Tarifpartner noch mehr Zeit lassen und haben Gesprche unter Beteiligung der Verhandlungsfhrer Frank Bsirske fr die Gewerkschaften und Peter-Jrgen Schneider fr die Lnder vereinbart. "Damit haben wir erreicht, dass die jungen Menschen zumindest in absehbarer Zeit mit einer angemessenen Vergtung rechnen knnen", sagte Bsirske.
Zudem wurde eine bergangsversorgung fr Beschftigte im Justizvollzug und im feuerwehrtechnischen Dienst vereinbart, die die Nachteile des vorzeitigen Renteneintritts mit einer einmaligen Abfindungszahlung in Hhe von rund 70.000 Euro kompensieren soll.
Die ver.di-Bundestarifkommission hat das Verhandlungsergebnis einstimmig fr die jetzt folgende Mitgliederbefragung zur Annahme empfohlen. ver.di fordert von den Bundeslndern die zeit- und inhaltsgleiche bertragung des Ergebnisses auf die Beamtinnen, Beamten und Versorgungsempfnger.