GEW: "Wir erhhen den Druck und rufen bundesweit zu Warnstreiks auf!"
Bildungsgewerkschaft zur zweiten Runde der Tarifverhandlungen fr die im ffentlichen Dienst bei den Lndern Beschftigten - Arbeitgeber legen kein Angebot vor.
07.02.2019
Potsdam - Die zweite Runde der Tarifverhandlungen fr die Beschftigten im ffentlichen Dienst der Lnder ist am frhen Donnerstagabend nach zwei Tagen ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kndigte an, mit einer Ausweitung der Warnstreiks auf die Blockadehaltung der Tarifgemeinschaft deutscher Lnder (TdL) zu reagieren. "Die Arbeitgeber haben es in der Hand, am Verhandlungstisch zu einer Lsung zu kommen", sagte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Donnerstag in Potsdam. "Aber auf die Weigerung der TdL, den Gewerkschaften ein verhandlungsfhiges Angebot vorzulegen, kann es nur eine Antwort geben: Wir werden jetzt den Druck erhhen und unsere Mitglieder in den Schulen, Kitas und Bildungseinrichtungen zu Arbeitsniederlegungen aufrufen."
Die GEW bekrftigte ihre Forderung nach einer allgemeinen Gehaltssteigerung von sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro sowie eine Erhhung der Ausbildungsvergtungen um 100 Euro. berdies fordert die GEW eine Angleichung der Einkommen im Sozial- und Erziehungsdienst an den Verdienst der Beschftigten im Sozial- und Erziehungsdienst der Kommunen. Dazu kommt die Forderung nach der Eindmmung der ausufernden Befristungspraxis im ffentlichen Dienst und die Einfhrung der sogenannten Paralleltabelle. Mit der Paralleltabelle soll sichergestellt werden, dass beispielsweise angestellte Lehrkrfte, die jetzt in der Entgeltgruppe E11 eingruppiert sind, whrend vergleichbare verbeamtete Lehrkrfte A12 erhalten, knftig nach E12 bezahlt werden.
"Besonders bei den beiden fr die GEW zentralen Erwartungen zur Paralleltabelle sowie zur Angleichung der Gehlter im Sozial- und Erziehungsdienst der Lnder an die Verdienste im kommunalen Dienst mauern die Arbeitgeber weiter", sagte Tepe. "Jetzt sind die Kolleginnen und Kollegen gefordert, mit bundesweiten Warnstreiks zu zeigen, dass sie mit ihren Gewerkschaften kmpfen."
Nach Jahren des Sparens und des Personalabbaus macht sich die GEW fr deutliche Verbesserungen fr den ffentlichen Dienst stark. Tepe: "Die Arbeit im ffentlichen Dienst muss wieder attraktiver werden. Schon jetzt sind viele Einrichtungen nicht mehr in der Lage, freie Stellen zu besetzen, weil sich zu wenige junge Menschen fr eine Arbeit im Landesdienst entscheiden." Eine sprbare Verbesserung der Einkommen knne hier die ntige Abhilfe schaffen.
Eine weitere Erwartung der GEW ist die "stufengleiche Hhergruppierung": Wenn Beschftigte bei vernderten oder anspruchsvoller werdenden Ttigkeiten in eine hhere Entgeltgruppe kommen, sollen sie in die gleiche Erfahrungsstufe erhalten, in der sie in ihrer bisherigen Einkommensgruppe sind. Im ffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen ist das bereits tarifvertraglich geregelt, auch bei den Beamtinnen und Beamten verfahren die Lnder so. Fr die Tarifbeschftigten weigern sich die Arbeitgeber aber bislang, eine entsprechende Vereinbarung zu treffen. Dadurch kann fr Beschftigte die paradoxe Situation entstehen, dass sie nach einem Ttigkeitswechsel zwar hher eingruppiert werden, aber trotzdem weniger verdienen als vorher.
Info:
Die Gewerkschaften verhandeln in Potsdam fr rund eine Million Beschftigte im ffentlichen Dienst der Lnder. Bei der GEW sind das insbesondere angestellte Lehrerinnen und Lehrer, Landesbeschftigte im Sozial- und Erziehungsdienst sowie Beschftigte an Hochschulen.
Die dritte und voraussichtlich letzte Verhandlungsrunde findet vom 28. Februar bis 2. Mrz in Potsdam statt.