Ergebnis nach schwierigen Verhandlungen
29.11.2021 - Nach schwierigen Verhandlungen hat ver.di ein Ergebnis im Tarifkonflikt fr die Beschftigten der Lnder erzielt. 2,8 Prozent plus eine steuerfreie Zahlung in Hhe von 1.300 Euro konnte ver.di aushandeln. Die Beschftigten im Gesundheitsbereich bekommen mehr Geld durch Erhhungen der Zulagen.
In den Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Lnder (TdL) konnten die Gewerkschaften durchsetzen, dass die 1,1 Millionen Tarifbeschftigten der Bundeslnder Anfang kommenden Jahres eine steuerfreie Zahlung nach den Corona-Regelungen in Hhe von 1.300 Euro erhalten. Auszubildende, Praktikant*innen und Studierende erhalten zur gleichen Zeit 650 Euro steuerfrei. Am 1. Dezember 2022 werden die Entgelte um 2,8 Prozent erhht. Ausgenommen sind die Lnderbeschftigten in Hessen, das Bundesland gehrt nicht zur TdL. Fr die Beschftigten hier hatte ver.di Mitte Oktober einen Tarifabschluss ausgehandelt.
Die Entgelte von Auszubildenden, Praktikant*innen und Studierenden werden ab Dezember 2022 um 50 Euro und um 70 Euro im Gesundheitswesen angehoben. Die bernahmeregelung fr Auszubildende wird wieder in Kraft gesetzt. Der Tarifabschluss hat eine Laufzeit von 24 Monaten.
Der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke bezeichnete es als ein "in weiten Teilen respektables Ergebnis". Es bringe fr eine ganze Reihe von Beschftigten im Gesundheitswesen sprbare Einkommensverbesserungen. Mit ihren vielfltigen Streikaktivitten im Gesundheitsbereich haben sich die Beschftigten dort zum Teil deutliche Erhhungen der Zulagen zum 1. Januar 2022 erkmpft.
Beispielsweise wird an den Unikliniken die Intensiv- und Infektionszulage von 90 auf 150 Euro erhht und steigt damit um bis zu 67 Prozent. Das Tarifergebnis bringt etwa fr eine Intensivpflegekraft eine durchschnittliche monatliche Einkommenssteigerung von 230 Euro, fr Physiotherapeut*innen von durchschnittlich mehr als 180 Euro und fr Beschftigte in Laborberufen ebenfalls von mehr als 220 Euro. Hinzu kommt jeweils noch die einmalige steuerfreie Zahlung von 1.300 Euro.
"Das Ergebnis ist ein weiterer Zwischenschritt auf unserem Weg zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen. Das werden wir in zuknftigen Tarifrunden fortsetzen", betonte Werneke. Auch die ver.di-Jugend habe in der Tarifrunde mit viel Engagement und Kreativitt an den Streiks teilgenommen und dadurch fr Einkommenssteigerungen gesorgt, die sich sehen lassen knnen. "Auch so macht man den ffentlichen Dienst fr junge Menschen attraktiv", so Werneke. Ein wesentlicher Erfolg fr ver.di ist die Abwehr der massiven Angriffe der Lnderarbeitgeber auf die Eingruppierungsregeln, den so genannten Arbeitsvorgang.
Vereinbart wurde zudem, dass zwischen TdL und ver.di Gesprche zu den Arbeitsbedingungen fr studentisch Beschftigte an Hochschulen aufgenommen werden. Basis dafr soll eine gemeinsame Bestandsaufnahme sein.
Der Abschluss gilt fr rund 1,1 Millionen Tarifbeschftigte (940.000 Vollzeitstellen) und 48.000 Auszubildende im ffentlichen Dienst der Lnder (auer Hessen). Die Arbeitgeber sagten zu, das Tarifergebnis zeit- und inhaltsgleich auf die 1,2 Millionen Beamtinnen und Beamten sowie rund 880.000 Versorgungsempfnger im Bereich der Lnder sowie 175.000 Beamtinnen und Beamte und 120.000 Versorgungsempfnger im Bereich der Kommunen zu bertragen (Angaben ebenfalls ohne Hessen).
ver.di fhrte die Tarifverhandlungen auch fr die DGB-Gewerkschaften GdP, GEW und IG BAU sowie in einer Verhandlungsgemeinschaft mit dem dbb beamtenbund und tarifunion.