ver.di-Vorsitzender Werneke: "Lnderbeschftigte brauchen Reallohnsteigerungen" - Zweite Runde der Tarifverhandlungen im ffentlichen Dienst der Lnder am Donnerstag - Warnstreiks in mehreren Bundeslndern
14.01.2026
Vor Beginn der zweiten Runde der Lndertarifverhandlungen fordert die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) von den Arbeitgebern ein verhandlungsfhiges Angebot: "Der Personalmangel und die Anzahl unbesetzter Stellen im ffentlichen Dienst erreichen Rekordstnde, die Anforderungen an die Beschftigten wachsen immer mehr, die berlastung ebenso. Gleichzeitig leiden die Lnderbeschftigten unter Reallohn-Verlusten und werden im Vergleich zu den Kolleginnen und Kollegen bei Bund und Kommunen auch noch schlechter bezahlt. Da braut sich eine explosive Stimmung zusammen", warnte der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke am Mittwoch in Berlin.
Die Verhandlungen fr die rund 2,2 Millionen Beschftigten, darunter 925.000 Tarifbeschftigte, im ffentlichen Dienst der Lnder (alle Zahlen ohne Hessen) werden am Donnerstag und Freitag in Potsdam fortgesetzt.
Nach wie vor htten die Beschftigten im ffentlichen Dienst mit dem Reallohn-Verlust aus der Corona-Zeit und den Folgen hoher Inflationsraten zu kmpfen. "Die um die Inflationsraten bereinigten Einkommen der Lnderbeschftigten liegen unter dem Niveau von 2019", stellte Werneke klar: "Das ist nicht lnger hinnehmbar." Auch der Verweis darauf, dass die Lnder kein Geld fr hhere Gehlter htten, sei schlicht falsch. "Richtig ist, dass die Lnder im vergangenen Jahr ein Einnahme-Plus von 5,2 Prozent verzeichnet haben", betonte Werneke.
Seit Montag hatten sich Lnderangestellte in mehreren Bundeslndern an Warnstreiks und Protesten beteiligt. Dies betraf unter anderem die Uni Mnster, Theater und Bhnen in Berlin und Unikliniken in Dsseldorf, Kln, Bonn und Essen. Das Uniklinikum in Lbeck wird heute in die Warnstreiks einbezogen. In Berlin sind die Kitas betroffen, in Tbingen, Karlsruhe und Mannheim etwa Unis, Hochschulen und Studierendenwerke. Insgesamt haben seit der ersten Verhandlungsrunde im Dezember mehrere zehntausend Lnderbeschftigte an Demonstrationen und Warnstreiks teilgenommen.
ver.di fordert fr die Beschftigten im ffentlichen Dienst der Lnder sieben Prozent mehr Gehalt im Monat - zur Strkung der unteren Lohngruppen mindestens aber 300 Euro. Fr Nachwuchskrfte sollen die Vergtungen um 200 Euro pro Monat steigen, zudem wird ihre unbefristete bernahme nach erfolgreicher Ausbildung gefordert. Studentische Beschftigte sollen ein tariflich garantiertes Mindeststundenentgelt erhalten. Darber hinaus fordert die Gewerkschaft die Erhhung aller Zeitzuschlge um 20 Prozentpunkte. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags im ffentlichen Dienst der Lnder (TV-L) soll zwlf Monate betragen. ver.di fordert zudem die zeit- und wirkungsgleiche bertragung des Tarifergebnisses auf Beamtinnen und Beamten der Lnder sowie auf Versorgungsempfngerinnen und -empfnger.
ver.di fhrt die Lnder-Tarifrunde als Verhandlungsfhrerin auch fr die DGB-Gewerkschaften GdP, GEW und IG BAU.