Abschluss in der Länder-Tarifrunde
Mehr Geld ab April
Nach zähen Verhandlungen einigten sich die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes am 14. Februar 2026 mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) auf einen Tarifabschluss. Insgesamt gibt es 5,8 Prozent mehr, die erste Erhöhung kommt im April.
Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder erhalten 5,8 Prozent mehr Gehalt. Darauf einigten sich in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar die Gewerkschaften des öffentlichen Diensts und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) in Potsdam.
Der Überblick:
Gehaltserhöhung in drei Stufen
- ab 1. April 2026: 2,8 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 100 Euro
- ab 1. März 2027: 2,0 Prozent mehr Gehalt
- ab 1. Januar 2028: 1,0 Prozent mehr Gehalt
Die Laufzeit beträgt 27 Monate (bis 31. Januar 2028).
Vereinbarung über Mindeststundenentgelte für studentische Beschäftigte
Die Entgelte der Praktikant*innen, Auszubildenden und ausbildungsintegriert dual Studierenden werden ebenfalls in drei Schritten um 60, 60 und 30 Euro erhöht. Für die studentischen Beschäftigten wurde eine neue Vereinbarung über Mindeststundenentgelte abgeschlossen, die zum Sommersemester 2026 auf 15,20 Euro erhöht werden und zum Sommersemester 2027 auf 15,90 Euro. In der Tarifrunde 2028 werden die Tarifparteien über weitere Steigerungen ab dem Sommersemester 2028 verhandeln
Neben den Entgelterhöhungen gab es Verständigungen zu erhöhten Zulagen für Beschäftigte, die in Schicht- und Wechselschicht arbeiten, eine "Hamburg-Zulage" für bestimmte bürgernahe Beschäftigtengruppen und die Angleichung weiterer Regelungen Ost an West. Hier ging es um die Arbeitszeiten in den Unikliniken und die Regelungen zum Kündigungsschutz.
"Dieser Kompromiss ist nach sehr schwierigen Verhandlungen zustande gekommen. Mit der Einigung halten die Länder-Beschäftigen Anschluss an die Entwicklung in Bund und Kommunen", sagte GEW-Vorsitzende Maike Finnern nach Abschluss der Tarifverhandlungen.
Eine Tarifierung der studentischen Beschäftigten lehnte die TdL weiterhin kategorisch ab. "Es ist sehr enttäuschend, dass sich die Arbeitgeber nicht bewegen wollten. Sie verwehren damit 300.000 studentischen Beschäftigten den Schutz eines Tarifvertrages. Die Erhöhung der Mindeststundenentgelte um Cent-Beträge ist nicht ausreichend, zudem sind diese nicht individuell einklagbar", betonte Finnern.
Angleichung Ost an West
GEW-Tarifexpertin Annett Lindner kritisierte die Blockadehaltung der Arbeitgeber bei weiteren Verbesserungen für Lehrkräfte: "Trotz einer starken Streikbewegung haben die Arbeitgeber bei weiteren Forderungen wie der Paralleltabelle für Lehrkräfte und der stufengleichen Höhergruppierung komplett gemauert."
Besonders erfreulich dagegen sei, "dass im Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) nun endlich auch einheitliche Regelungen zum erweiterten Kündigungsschutz in Ost und West gelten." Die GEW wird sich im Nachgang dafür einsetzen, dass die Länder das Tarifergebnis zeit- und wirkungsgleich auf die Beamt*innen der Länder und Kommunen übertragen. Hierüber entscheiden die jeweiligen Landtage.
Dem Abschluss waren große Warnstreiks der Gewerkschaften vorausgegangen. Mehr als 30.000 Beschäftigte, die an Schulen und Hochschulen arbeiten, sind den Streikaufrufen der GEW gefolgt. Besonders in Hamburg und Berlin waren auch viele Kita-Beschäftigte im Landesdienst bei den Streiks aktiv. "Die Arbeitgeber haben sich erst durch den Druck der Beschäftigten bewegt und in der dritten Verhandlungsrunde ein Angebot vorgelegt", kommentierte Lindner. "Ich danke allen Kolleg*innen, die sich in der Tarifrunde für ihre Forderungen eingesetzt und die gemeinsame Bewegung gestärkt haben."