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Tarifrunde TV-L 2025

Pressemitteilung der Gewerkschaft ver.di vom 14.02.2026

Verhandlungsergebnis im öffentlichen Dienst der Länder: 5,8 Prozent mehr Geld, mindestens aber 100 Euro

Nach drei Tagen zäher und schwieriger Verhandlungen gibt es ein Verhandlungsergebnis für die rund 2,2 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder. Es sieht ein Lohnplus von insgesamt 5,8 Prozent bei einer Laufzeit von 27 Monaten in drei Erhöhungsschritten vor. Nachwuchskräfte bekommen insgesamt 150 Euro mehr. Außerdem werden endlich die Arbeitsbedingungen im Osten den West-Regelungen angeglichen: Das gilt sowohl für einen besseren Kündigungsschutz als auch für die stufenweise Absenkung der Arbeitszeit an den drei ostdeutschen Unikliniken in Rostock, Greifswald und Jena bis zum 1. Januar 2029 auf 38,5 Stunden. Der Tarifvertrag soll 27 Monate bis zum 31. Januar 2028 laufen.

"Die Verhandlungen mit den Ländern waren schwierig wie lange nicht mehr", sagte der ver.di-Vorsitzende und Verhandlungsführer Frank Werneke: "Am Ende steht ein Ergebnis auf dem Niveau des Tarifvertrages für die Beschäftigen im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen aus dem vorigen Jahr. Damit halten die Länderbeschäftigten Anschluss an das Lohnniveau ihrer Kolleg*innen. Das war uns besonders wichtig und nützt auch den Ländern bei der Personalsuche - und das haben wir nun nach harten Verhandlungen durchgesetzt."

Die Einigung sieht 2,8 Prozent mehr Geld, mindestens aber 100 Euro ab dem 1. April 2026 vor, eine weitere Erhöhung um zwei Prozent ab dem 1. März 2027 sowie einen dritten Erhöhungsschritt um ein Prozent ab dem 1. Januar 2028. Das Gehalt der Nachwuchskräfte steigen in drei Schritten zu denselben Zeitpunkten um insgesamt 150 Euro.

Vereinbart wurde darüber hinaus die Erhöhung der Zulagen für ständige Wechselschicht- und Schichtarbeit. Die Zulage für Schichtdienste steigt auf monatlich 100 Euro, für das Pflegepersonal in Krankenhäusern auf 100 Euro. Die Wechselschichtzulage steigt auf 200 Euro im Monat, in Krankenhäusern auf 250 Euro. Auch für Teilzeitbeschäftigte im Schicht- oder Wechselschichtdienst konnte erstmals tariflich gesichert werden, dass Zuschläge für Überstunden, sofern nicht zeitlich ausgeglichen, bereits ab der ersten Stunde über der individuellen Arbeitszeit gezahlt werden - und nicht erst ab Erreichen der vollen Wochenarbeitszeit.

Eine Verständigung konnte nun auch bei der "Hamburg-Zulage" erzielt werden. Von ihr profitieren rund 10.000 Beschäftigte bürgernaher Dienstleistungen in der Hansestadt durch höhere Zulagen von bis zu 115 Euro. Zuvor war die im Oktober erzielte Einigung in der Hansestadt von der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) gekippt worden.

Für die rund 300.000 studentischen Beschäftigten an Hochschulen und Universitäten werden die Mindeststundenentgelte erhöht, auf 15,20 Euro ab dem Sommersemester 2026 und ein Jahr später dann auf 15,90 Euro. Einen Tarifvertrag für die studentischen Beschäftigten lehnen die Länder allerdings ab.

Die rund 100 Mitglieder der Bundestarifkommission des öffentlichen Dienstes (BTK öD) haben die Einigung mit großer Mehrheit zur Annahme empfohlen.

Nun geht es darum, die Diskussionen in Euren Dienststellen und Betrieben zur Tarifeinigung zu führen: Teilt Ihr die Einschätzung Eurer Bundestarifkommission? Möchtet Ihr diese Einigung annehmen oder möchtet Ihr das nicht und seid bereit Eure Koelleg*innen zu aktivieren und mit deutlicher Steigerung länger zu streiken? Die Mitgliederbefragung zur Einigung läuft bis zum 9. März 2026. An dieser können sich alle ver.di-Mitglieder - auch alle, die noch neu eintreten - beteiligen. Anschließend entscheidet die BTK ö.D. am 12. März 2026 endgültig über die Tarifeinigung.