Verhandlungsergebnis im ffentlichen Dienst der Lnder: 5,8 Prozent mehr Geld, mindestens aber 100 Euro
Nach drei Tagen zher und schwieriger Verhandlungen gibt es ein Verhandlungsergebnis fr die rund 2,2 Millionen Beschftigten im ffentlichen Dienst der Lnder. Es sieht ein Lohnplus von insgesamt 5,8 Prozent bei einer Laufzeit von 27 Monaten in drei Erhhungsschritten vor. Nachwuchskrfte bekommen insgesamt 150 Euro mehr. Auerdem werden endlich die Arbeitsbedingungen im Osten den West-Regelungen angeglichen: Das gilt sowohl fr einen besseren Kndigungsschutz als auch fr die stufenweise Absenkung der Arbeitszeit an den drei ostdeutschen Unikliniken in Rostock, Greifswald und Jena bis zum 1. Januar 2029 auf 38,5 Stunden. Der Tarifvertrag soll 27 Monate bis zum 31. Januar 2028 laufen.
"Die Verhandlungen mit den Lndern waren schwierig wie lange nicht mehr", sagte der ver.di-Vorsitzende und Verhandlungsfhrer Frank Werneke: "Am Ende steht ein Ergebnis auf dem Niveau des Tarifvertrages fr die Beschftigen im ffentlichen Dienst von Bund und Kommunen aus dem vorigen Jahr. Damit halten die Lnderbeschftigten Anschluss an das Lohnniveau ihrer Kolleg*innen. Das war uns besonders wichtig und ntzt auch den Lndern bei der Personalsuche - und das haben wir nun nach harten Verhandlungen durchgesetzt."
Die Einigung sieht 2,8 Prozent mehr Geld, mindestens aber 100 Euro ab dem 1. April 2026 vor, eine weitere Erhhung um zwei Prozent ab dem 1. Mrz 2027 sowie einen dritten Erhhungsschritt um ein Prozent ab dem 1. Januar 2028. Das Gehalt der Nachwuchskrfte steigen in drei Schritten zu denselben Zeitpunkten um insgesamt 150 Euro.
Vereinbart wurde darber hinaus die Erhhung der Zulagen fr stndige Wechselschicht- und Schichtarbeit. Die Zulage fr Schichtdienste steigt auf monatlich 100 Euro, fr das Pflegepersonal in Krankenhusern auf 100 Euro. Die Wechselschichtzulage steigt auf 200 Euro im Monat, in Krankenhusern auf 250 Euro. Auch fr Teilzeitbeschftigte im Schicht- oder Wechselschichtdienst konnte erstmals tariflich gesichert werden, dass Zuschlge fr berstunden, sofern nicht zeitlich ausgeglichen, bereits ab der ersten Stunde ber der individuellen Arbeitszeit gezahlt werden - und nicht erst ab Erreichen der vollen Wochenarbeitszeit.
Eine Verstndigung konnte nun auch bei der "Hamburg-Zulage" erzielt werden. Von ihr profitieren rund 10.000 Beschftigte brgernaher Dienstleistungen in der Hansestadt durch hhere Zulagen von bis zu 115 Euro. Zuvor war die im Oktober erzielte Einigung in der Hansestadt von der Tarifgemeinschaft deutscher Lnder (TdL) gekippt worden.
Fr die rund 300.000 studentischen Beschftigten an Hochschulen und Universitten werden die Mindeststundenentgelte erhht, auf 15,20 Euro ab dem Sommersemester 2026 und ein Jahr spter dann auf 15,90 Euro. Einen Tarifvertrag fr die studentischen Beschftigten lehnen die Lnder allerdings ab.
Die rund 100 Mitglieder der Bundestarifkommission des ffentlichen Dienstes (BTK D) haben die Einigung mit groer Mehrheit zur Annahme empfohlen.
Nun geht es darum, die Diskussionen in Euren Dienststellen und Betrieben zur Tarifeinigung zu fhren: Teilt Ihr die Einschtzung Eurer Bundestarifkommission? Mchtet Ihr diese Einigung annehmen oder mchtet Ihr das nicht und seid bereit Eure Koelleg*innen zu aktivieren und mit deutlicher Steigerung lnger zu streiken? Die Mitgliederbefragung zur Einigung luft bis zum 9. Mrz 2026. An dieser knnen sich alle ver.di-Mitglieder - auch alle, die noch neu eintreten - beteiligen. Anschlieend entscheidet die BTK .D. am 12. Mrz 2026 endgltig ber die Tarifeinigung.