Berlin bernimmt Tarifabschluss fr Beamte, aber erst sieben Monate spter
GdP kritisiert fehlende Wertschtzung und warnt vor Zukunft - Malose Enttuschung bei Kollegen
Berlin. Der Senat bernimmt den Tarifabschluss der Lnder fr den Beamtenbereich. Die Kolleginnen und Kollegen bekommen so ab dem 1. August 2017 die beschlossenen 2 Prozent mehr Gehalt plus eine Landes-Zulage in bisher unbekannter Hhe (mindestens 0,5 Prozent), um die Besoldung bis 2021 an den Lnderdurchschnitt anzupassen. Whrend andere Bundeslnder die Erhhung rckwirkend zum 1. Januar bernehmen, erfolgt sie in der Hauptstadt erst Monate spter. Die Gewerkschaft der Polizei kritisiert die Entscheidung und warnt davor, im Konkurrenzkampf um gutes Personal weiter ins Hintertreffen zu geraten. Schon jetzt ist die Motivation bei vielen am Boden, bei anderen wird sie jetzt weiter sinken.
Wir brauchen ein deutliches Zeichen
"Wir sind malos enttuscht. Mit dieser Entscheidung reit der neue Senat vieles von dem wieder ein, was er in den letzten Wochen an positiven Neuerungen angeschoben hat. Im aktuellen DGB-Besoldungsreport sieht jeder, wie weit wir den anderen Bundeslndern und vor allem dem Bund hinterherhinken. Das wird sich trotz versprochener Landes-Zulage nicht ndern, wenn wir mehr als ein halbes Jahr spter erhhen", kritisierte GdP-Landesvorsitzende Kerstin Philipp am Freitagmorgen. Berlin bezahlt seine Beamtinnen und Beamten nach wie vor am schlechtesten, in der Spitze hinkt man Bayern mehr als 13 Prozent hinterher. Dort entschied man sich zuletzt, den Tarifabschluss der Lnder rckwirkend zum 1. Januar fr die Beamtinnen und Beamten zu bernehmen und stellte ihnen eine 500 Euro-Einmalzahlung in Aussicht. "Das ist ein Zeichen der Wertschtzung, von dem wir in Berlin nur trumen knnen. Die zustzlichen 0,5 Prozent sind ein Witz und selbst, wenn wir das Doppelte bekommen, ist es absolut unrealistisch, dass wir im Jahr 2021 konkurrenzfhig und auf dem Niveau der anderen Bundeslnder sind. Wir brauchen ein deutliches Zeichen und nicht diese sagenhaften Quantensprnge in Schneckenmanier", so Philipp.
GdP warnt vor der Zukunft
Philipp warnt vor der Zukunft, wenn in Berlin weiterhin so stiefmtterlich mit dem Thema Besoldung umgegangen wird: "Wer jung und ungebunden ist, wird sich ganz genau berlegen, wo er anfngt zu arbeiten. Das Gehalt spielt dabei eine entscheidende Rolle." Neben diesem Nachteil im Kampf um geeignete Bewerber fr den ffentlichen Dienst benannte die GdP-Landesvorsitzende ein weiteres Problem: "Wenn etablierte Kolleginnen und Kollegen bei der Polizei und Feuerwehr sogar ihren Beamtenstatus aufgeben, um aus Berlin wegzukommen und woanders mehr zu verdienen, sollte uns das Warnung genug sein. Das wird zunehmen, wenn sich in Sachen Gehalt nicht sprbar etwas ndert. Niemand kann es einem verbeln, wenn er neben besserer Ausrstung und kleinerer Einsatzbelastung auch noch den einen oder anderen Hunderter mehr am Ende des Monats haben mchte", so Philipp weiter.